Dark Secret 2 (Tony Whump!) *7. Teil* *05.09* |
Michi

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| Dark Secret 2 (Tony Whump!) *7. Teil* *05.09* |
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Wegen 275 Zeichen musste ich einen neuen Thread aufmachen^^ Aber kürzen wollte ich jetzt auch nichts mehr
Hier findet ihr die vorherigen Teile:
Prolog bis Teil 3: Dark Secret 1 *abgeschlossen*
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Teil 4
„Was haben wir?“ fragte Gibbs, stand auf und stellte sich vor dem großen Flachbildfernseher zwischen Tonys und McGees Schreibtisch. Letzterer befand sich derzeit bei Abby im Labor und half ihr, sich Zugang zu den beiden Computer zu verschaffen, die sie mitgenommen hatten. DiNozzo und Ziva hingegen waren in der Zwischenzeit damit beschäftigt gewesen, alles über Opfer und Täter herauszufinden. Gibbs hatte den Großteil der zwei Stunden, die sie nun wieder im Hauptquartier waren, bei Vance verbracht, um mit ihm den Fall zu besprechen und abzuklären, wie sie weiter vorgehen sollten.
Danny war in einem der Verhörräume untergebracht, wo ihm derzeit seine Mutter und der Anwalt der Familie Gesellschaft leisteten. Jethro wollte den Jungen so schnell wie möglich befragen, wusste aber auch, dass er genügend Informationen brauchte, sowohl über Danny als auch über Walter Murphy. Bei diesem Fall wollte er alles nach Lehrbuch machen und auch dem Jungen helfen. Es kam selten vor, dass er auf der Seite des Täters stand, aber diesmal konnte er nicht anders.
Die weitere Durchsuchung des Hauses der Murphys hatte nichts Interessantes zu Tage gefördert. Das Ehepaar besaß keine Pornos oder sonst irgendwelche Filme, die darauf schließen ließen, welche Vorlieben der Lieutenant Commander hatte. Deshalb war es auch umso wichtiger, dass es Abby und McGee gelang, die passwortgeschützten Ordner auf dem Computer von Murphy zu knacken. Gibbs hatte es im Gefühl, dass sie dann mehr Antworten erhalten würden und den endgültigen Beweis hatten, dass der Tote im Grunde ein Bastard der übelsten Sorte gewesen war.
Auch war der Ermittler gespannt, was sich auf dem Laptop befand, den Tony und Ziva in Dannys Zimmer gefunden hatten. Genauso wie das Geld – insgesamt zehntausend Dollar – befand er sich unten in der Forensik. Gibbs teilte die Ansicht seiner Kollegen, dass der Junge jemanden erpresst hatte. Was wiederum zu Spekulationen darüber anregte, ob Walter der Einzige gewesen war, der sich an Danny vergangen hatte oder ob da mehrere Männer gewesen waren. Immerhin befanden sich auf dem Laptop ebenfalls passwortgeschützte Ordner. Deren Inhalt musste dem Besitzer des Computers wichtig sein, sonst hätte er keine zehntausend gezahlt, um ihn zurückzubekommen. So wie die Dinge derzeit standen, hatte Danny noch mehr verlangt, da der Laptop noch immer in seinem Besitz gewesen war. Gibbs konnte es nicht erwarten, sich mit ihm zu unterhalten, um endlich ein wenig Licht in die ganze Angelegenheit zu bringen. Obwohl sie den Mörder von Murphy in Gewahrsam hatten, gab es trotzdem mehr Fragen als Antworten.
Tony ließ Ziva den Vortritt, die sich mit dem Hintergrund der Murphys beschäftigt hatte, während DiNozzo alles, was er finden konnte, über Danny ausgegraben hatte. Und dabei hatte er etwas Unerfreuliches herausgefunden, aber gleichzeitig würde es sie vielleicht weiterbringen. Nicht immer waren die Zauberfinger Abbys oder McGees notwendig, um herauszufinden, wem ein Computer gehörte. Hin und wieder reichte ganz normale Polizeiarbeit vollkommen aus.
„Walter Murphy“, sagte Ziva, stand auf und holte das Bild des Mannes auf den Bildschirm. Gibbs trank von seinem Kaffee, den er sich vorhin besorgt hatte und musterte das Gesicht vor ihm. Da ihm Danny den Kopf mit einem Baseballschläger eingeschlagen hatte, hatten sie nicht wirklich eine Ahnung gehabt, wie der Lieutenant Commander aussah. Das Ehepaar hatte von sich keine Bilder im Haus aufbewahrt, was die Illusion erweckte, dass es zwischen ihnen nicht so gut lief – oder aber sie wollten keine Fotos haben, die nicht mit der teuren Einrichtung harmonierten.
„Er war sechsundvierzig Jahre alt und bei der Navy seit er zwanzig geworden ist. Seine Karriere ging steil bergauf. Er arbeitete sich von unten nach oben und seit fünf Jahren war er im Pentagon beschäftigt, wo er ein kleines Team aus vier Männer und zwei Frauen führte, die damit beauftragt wurden, Computerprogramme zu entwickeln, um Terroristen besser aufspüren zu können. Murphy selbst hat Programmiererfahrungen und laut seiner Akte ist er wirklich gut. Von seinen Vorgesetzten hört man nur Gutes über ihn und seine Akte ist blitzsauber. In seiner gesamten Karriere hat es keine Beschwerden über ihn gegeben und auch hat er gegen keine Regeln und Gesetze verstoßen. Ein mustergültiges Mitglied der Navy, wie es sein Vorgesetzter ausgedrückt hat. Er konnte es natürlich nicht glauben, dass es jemanden gibt, der Murphy so sehr hasst, dass er ihn umbringt. Ich habe ihm nichts von Danny erzählt und auch über die Umstände des Todes geschwiegen. Aber ich denke, es wird über kurz oder lang herauskommen, dass Murphy auf minderjährige Jungen stand.“
Gibbs nickte und trank erneut von seinem Kaffee. Es würde zwar das Pentagon selbst nicht beeinflussen, wenn herauskam, dass Walter ein Kinderschänder war, aber es würde durchaus ein schlechtes Licht auf die Navy werfen. Die Medien würden wieder einmal behaupten, dass sich die Bevölkerung Amerikas auf solchen Abschaum wie Murphy verlassen musste, wenn es um den Schutz des Landes ging. Stimmen nach einem besseren Auswahlverfahren, wer aufgenommen werden durfte und wer nicht, würden bestimmt laut werden und die Reporter würden tagelang das Haus der Murphys belagern, die Nachbarn belästigen und jeden Klatsch und Tratsch aufsaugen wie ein Schwamm Wasser.
„Wir halten Dannys Namen so lange wie möglich aus allem raus. Immerhin ist er noch minderjährig und dadurch können wir ihn besser schützen“, sagte Gibbs, auch wenn es immer irgendjemanden gab, der mit den Medien plauderte. Es war bestimmt nur eine Frage der Zeit, bis sich in Murphys Nachbarschaft herumsprechen würde, welche kranken Vorlieben er gehabt hatte. Und irgendwann würde herauskommen, dass Danny mit allem etwas zu tun hatte. Gibbs konnte nur hoffen, dass sie den Fall bis dahin abgeschlossen hatten, ansonsten würde nicht nur das Pentagon von den Medien überrannt werden, sondern auch der NCIS.
„Hast du sonst noch etwas über Murphy herausgefunden?“ fragte Jethro Ziva, während er weiterhin auf das Bild des Toten starrte, dessen braune Augen täuschend freundlich funkelten. Er war ein attraktiver Mann gewesen. Sein schwarzes Haar war mit einigen grauen Strähnen durchzogen und um Augen und Nase hatten sich Lachfältchen eingegraben. Nichts deutete darauf hin, dass dieser Mann dazu fähig war, einen Jungen zu missbrauchen. Wieder einmal zeigte sich, dass man nicht nach dem Äußeren gehen konnte, was die Einschätzung eines Menschen betraf.
„Ich habe tatsächlich noch etwas herausgefunden“, antwortete Ziva. „Murphys Karriere bei der Navy war zwar ein Musterbeispiel, allerdings besitzt er eine Jungendstrafakte, die allerdings versiegelt ist, so wie es bei jedem jungen Straftäter gehandhabt wird. Aber da er ja jetzt tot ist, dürfte es wohl kein Problem sein, dass wir Einsicht in die Akte bekommen. Ich werde dafür die Rechtsabteilung einschalten. Ansonsten gibt es nichts Besonderes über ihn zu berichten. Er und Joan haben vor fünfzehn Jahren geheiratet, sie haben keine Kinder. In dem Haus in Alexandria leben sie seit zehn Jahren. In all der Zeit gab es von den Nachbarn keine Beschwerden, jedenfalls wurden offiziell keine gemacht. Aber wie müssen sowieso alle noch einmal befragen.“
„Gut gemacht, Ziva. Ich will die Strafakte von Murphy haben, also klemm dich dahinter“, sagte Gibbs, trank seinen Kaffee aus und entsorgte den Becher in McGees Mülleimer. „DiNozzo.“ Er wandte sich an seinen ranghöchsten Ermittler, der die ganze Zeit stumm auf seinem Stuhl gesessen hatte. Er wirkte ein wenig durch den Wind und blass um die Nase. Erst jetzt bemerkte Jethro, dass der Jüngere seine linke Hand in regelmäßigen Abständen zur Faust ballte, sie wieder entspannte und anschließend erneut eine Faust machte. Trotz allem reagierte er sofort auf seinen Namen, stand auf und nahm die Fernbedienung von Ziva entgegen.
Das Bild von Danny Sullivan erschien auf dem Bildschirm, ein Foto, wo er nicht blutverschmiert und verängstigt aussah. Stattdessen blickte er stoisch in die Kamera und schien nicht erfreut zu sein, fotografiert zu werden. Es handelte sich um ein Schulfoto, auf dem er etwa fünfzehn sein musste. „Danny ist sechzehn Jahre alt“, sagte Tony und seine Stimme war seltsam belegt, als er das Alter von sich gab. Sechzehn… der Junge hätte noch sein ganzes Leben vor sich gehabt, ein Leben, das allerdings zerstört worden war. Wäre Murphy nicht bereits tot, würde er ihm persönlich den Hals umdrehen.
„Er wohnt schon seit seiner Geburt gegenüber den Murphys. Die Sullivans sind vor zwanzig Jahren in das Haus eingezogen. Gary Sullivan besaß seine eigene Anwaltskanzlei und rate mal wer sein Partner war.“ „Keith Gordon, der Anwalt, den Dannys Mutter angerufen hat“, brummte Gibbs. „Bingo, Boss“, erwiderte Tony und wirkte dabei wieder mehr wie er selbst. Jedenfalls hatte er aufgehört, seine linke Hand ständig zur Faust zu ballen. „Keith und Gary haben zusammen studiert und danach die Kanzlei aufgemacht. Die Geschäfte liefen gut und die Sullivans zogen schließlich in das schmucke Haus. Gary Sullivan starb vor vier Jahren bei einem Autounfall. Während eines heftigen Schneesturms kam er von der Fahrbahn ab und krachte gegen einen Baum, wobei er sich das Genick brach. Seine Frau hat übrigens die Lebensversicherung kassiert, eine hübsche Summe von einer Million Dollar. Allerdings war es eindeutig ein Unfall, das Auto wurde nicht manipuliert, das wurde gründlich untersucht. Danny musste nach dem Tod seines Vaters die Schule wechseln. Er hat ständig Ärger angezettelt und Streit gesucht. Es war seine Art der Trauerbewältigung, wenn du mich fragst.“ „Tu ich aber nicht“, brummte Gibbs.
Tony schluckte. „Ähm ja, natürlich tust du das nicht. Jedenfalls hat er sich laut seiner Mutter schließlich in einen stillen und zurückgezogenen Jungen verwandelt und ich kann mir durchaus vorstellen, dass da der Missbrauch begonnen hat. Mrs. Sullivan hat es auf den Verlust von Dannys Vater geschoben, dass er so ruhig wurde, aber in Anbetracht der Umstände sollten wir davon ausgehen, dass… nun, dass er seit Jahren missbraucht wurde.“ DiNozzo hielt inne, zupfte kurz an seiner Unterlippe, ehe er sich räusperte und fortfuhr.
„Ich habe ein wenig tiefer gegraben und herausgefunden, dass Danny wegen Einbruchs und Diebstahl von einer Lydia Atkins angezeigt wurde. Sie ist die Haushälterin eines gewissen Admirals Franklin Sheldon, der übrigens die Anzeige zurückgezogen hat, weshalb Danny auch nie angeklagt wurde. Ms. Atkins meinte, der Laptop des Admirals wurde gestohlen und dass sie Danny dabei beobachtet hat. Laut ihrer Aussage kennt sie ihn, da er hin und wieder bei Sheldon zu Besuch war, da er und Murphy Freunde waren. Und Murphy hat Danny manchmal zu Besuch mitgenommen. So wie es aussieht, wurde Danny wirklich herumgereicht.“
Tonys Gesicht verzerrte sich vor Wut und er holte das Foto eines Mannes Mitte Fünfzig auf den Bildschirm. Admiral Franklin Sheldon war ein beeindruckender Mann. Seine kurzgeschnittenen Haare waren mehr grau als blond, aber gerade das verlieh ihm ein imposantes Aussehen. Er hatte breite Schultern, kräftige Oberarmmuskeln und ausgeprägte Wangenknochen. Auf einer leicht krummen Nase saß eine Brille, die ihm das Aussehen eines Gelehrten verlieh. Laut seiner Akte war er lediglich einen Meter fünfundsiebzig groß, aber das machte er mit seiner Erscheinung mehr als wett. Selbst auf dem Bild umgab ihn eine Aura der Autorität. Es war leicht vorzustellen, dass Danny vor ihm große Angst hatte und deshalb das getan hatte, was von ihm verlangt worden war.
Gibbs ballte seine Hände zu Fäusten. „Sag mir, dass wir etwas gegen ihn vorliegen haben, dass es rechtfertigt, ihn hierher zu holen“, grollte er. Tony schüttelte den Kopf. „Tut mir leid, Boss, aber seine Weste ist weiß, weißer als weiß. Abby würde sagen, dass selbst frisch gefallener Schnee im Gegensatz zu ihm dreckig ist.“ „Nun, wir brauchen keinen Grund ihn vorzuladen, selbst ohne Dannys Aussage“, mischte sich Ziva ein. „Immerhin haben wir seinen Laptop gefunden und es ist unsere Pflicht, ihn davon in Kenntnis zu setzen.“ „In Ordnung. Ich bin gespannt, wie er darauf reagiert, dass sein Laptop jetzt Beweismaterial ist“, erwiderte Gibbs, prägte sich die Adresse ein, die in der Akte eingetragen war, ging zu seinem Schreibtisch und holte seine Waffe heraus.
„Ziva, du kommst mit mir. DiNozzo, ich will alles über die finanzielle Situation des Admirals wissen, vor allem, ob er in letzter Zeit zehntausend Dollar abgehoben hat. DiNozzo!“ fügte er lauter hinzu, als sein Agent nicht reagierte. Dieser stand noch immer vor dem Flachbildfernseher und starrte auf das Bild von Franklin Sheldon. Aber als er die laute Stimme seines Bosses vernahm, zuckte er zusammen und klickte schnell auf die Fernbedienung, sodass das Foto verschwand.
„Finanzielle Situation, geht klar“, sagte er und setzte sich hinter seinen Schreibtisch. Erneut wirkte er ein wenig durch den Wind, aber Gibbs beschloss abzuwarten, wie sich alles entwickelte. Wenn sich DiNozzo am Abend noch immer so seltsam benahm, würde er ihn zur Seite nehmen und ein ernsthaftes Gespräch mit ihm führen. Bei diesem Fall brauchte er eine hundertprozentige Leistung von jedem in seinem Team.
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Das Haus des Admirals stand in einem hübschen Vorort von Washington. Zwar war es nicht so groß und pompös wie das der Murphys, aber nichtsdestotrotz beeindruckend. Es erstreckte sich über zwei Etagen, mit einer Veranda, die die Vorderseite komplett einnahm. Die Fassade war in einem hellen Gelb verputzt, was perfekt zu dem schönen Frühlingstag passte. In der Einfahrt standen zwei Wagen, ein etwas älterer Toyota und ein neuer silberner Mercedes, der mehr kostete, als die beiden NCIS Agenten im Jahr verdienten. Das Haus selbst wurde von einem großen Garten umgeben und eine mannshohe Hecke schützte es an drei Seiten vor neugierigen Blicken.
Gibbs hielt den Dienstwagen vor der Einfahrt und stellte den Motor ab. Es war eine ruhige Wohnstraße, weshalb sich auch nichts rührte und keine Menschen zu sehen waren. Die Kinder waren in der Schule, die Erwachsenen in der Arbeit, die meisten jedenfalls, vereinzelt standen ein paar Autos in den Auffahrten vor den hübschen Häusern. „Die größten Schweine wohnen in den schönsten Schweineställen“, sagte Ziva und löste den Gurt.
Gibbs erlaubte sich ein winziges Lächeln, ehe er wieder ernst wurde. Seine Kollegin hatte Recht. Sowohl Murphy als auch Franklin Sheldon schienen viel Geld zu haben und wahrscheinlich hatten beide dadurch geglaubt, unantastbar zu sein. Aber damit war es jetzt zu Ende. Der Lieutenant Commander war tot und Jethro würde dafür sorgen, dass sie auch etwas gegen den Admiral in die Finger bekamen. Hoffentlich würde Danny eine umfassende Aussage machen, sodass alle, die sich an ihm vergangen hatten, zur Rechenschaft gezogen werden konnten. Aber die Ermittler wussten zu genau, wie verängstigt viele Opfer waren und es gab durchaus welche, die sich weigerten, Anklage zu erheben.
Die beiden Agenten stiegen aus und gingen über den gepflasterten Weg auf das Haus zu. Ziva drückte den Klingelknopf, sodass ein kurzer melodischer Glockenton erklang. Gibbs blickte sich sorgfältig um, während sie warteten. Nichts rührte sich, es war beinahe schon übernatürlich still. Lediglich das Zwitschern der Vögel war zu hören. Ziva wollte bereits ein weiteres Mal klingeln, als die Tür doch noch geöffnet wurde. Vor ihnen stand eine kleine Frau Ende dreißig mit rabenschwarzen kurzen Haaren, strahlenden blauen Augen und einem Grübchen im Kinn. Sie hatte ein wenig zu viel Make-up aufgelegt, was ihre natürliche Schönheit verschleierte und trug eine kurze Jeans und ein Top, das so kurz war, dass es ihren Bauchnabel freiließ. Für eine Haushälterin war sie mehr als freizügig angezogen.
„Ms. Atkins?“ fragte Gibbs und zückte seinen Dienstausweis, als sie nickte. „Special Agents Gibbs und David, NCIS“, stellte er sich und Ziva vor. „Wir müssen mit Admiral Sheldon sprechen. Ist er hier?“ „Natürlich, kommen Sie herein“, erwiderte sie und öffnete die Tür weiter. Die beiden Ermittler betraten einen Vorraum, von dem es in ein Wohnzimmer ging und eine Treppe in die erste Etage hinaufführte. Die beiden wurden ins Wohnzimmer gebracht, von dem man durch eine weitere Tür in die Küche gelangen konnte. Ein schwacher Essensduft hing in der Luft.
Der Admiral saß auf der teuren schwarzen Ledercouch, hielt ein Glas Scotch in der Hand und rauchte eine Zigarre. Er trug ein hellgelbes Poloshirt, das bestimmt nicht von Sears stammte und eine graue Stoffhose, die maßgeschneidert war. Trotz seiner geringen Größe schien er den Raum zu dominieren, aber er musterte seine Besucher mit freundlicher Zurückhaltung. Er wirkte wie ein Mann, der sich seines Erfolges bewusst war und genau wusste, welchen Einfluss er auf andere hatte. Sein Auftreten war gepflegt und professionell – nichts deutete darauf hin, dass er mit einem Kinderschänder befreundet und möglicherweise selbst einer war.
Gibbs zwang sich, ruhig zu bleiben und stellte sich und Ziva noch einmal vor. Sheldon stellte daraufhin das Glas auf den Couchtisch und bedeutete den Agenten, auf den beiden Ledersesseln ihm gegenüber Platz zu nehmen. Jethro ließ sich in die weichen Polster sinken, während die Israelin stehen blieb. In diesem Fall wollte sie den Admiral überragen und auf ihn hinabsehen.
„Was kann ich für Sie tun?“ fragte er und schnippte die Asche seiner Zigarre in einen Porzellanaschenbecher. „Wir sind hier, weil wir mit Ihnen über Lieutenant Commander Walter Murphy sprechen wollen. Wie wir erfahren haben, sind Sie beide befreundet“, antwortete Gibbs, der nicht sofort hinausposaunen wollte, dass sie im Besitz des Laptops des Admirals waren. „Das stimmt. Walt und ich haben uns bei der Navy kennengelernt und uns auf Anhieb verstanden. Ist etwas nicht in Ordnung? Ist ihm etwas passiert?“
Sorgenfalten bildeten sich auf der Stirn von Sheldon und er legte die Zigarre in den Aschenbecher. Sein Blick glitt hinüber zu Lydia, die noch immer unter der Tür stand. Sie war blass geworden und Gibbs machte sich eine mentale Notiz, später mit ihr zu sprechen. Wie es schien, waren Murphy und sie mehr als Bekannte gewesen. Eine Hand ruhte schützend auf ihrem flachen Bauch. „Der Lieutenant Commander wurde heute Morgen von seiner Frau ermordet aufgefunden“, erwiderte Jethro. Das Gesicht des Admirals verlor sämtliche Farbe und Lydia schwankte gefährlich, kaum dass die Worte verklungen waren.
„Geht es Ihnen nicht gut, Ma’am?“ fragte Ziva sofort und eilte an die Seite der Frau, um sie aufzufangen, sollte sie ohnmächtig werden. „Es ist alles in Ordnung. Ich… Walt ist tot?“ wollte sie mit schreckgeweiteten Augen wissen. „Warum gehst du nicht nach oben, Lydia? Das hier musst du nicht hören“, sagte Sheldon. Seine Stimme klang seltsam belegt. Sie nickte und verließ beinahe fluchtartig den Raum. „Entschuldigen Sie bitte, aber Lydia ist…“ „Lassen Sie mich raten, Sie war Murphys Geliebte“, meinte Ziva. „Das wird seiner Frau gar nicht gefallen, noch dazu wo Ms. Atkins schwanger ist, nicht wahr?“
Der Admiral nickte, griff nach dem Whiskeyglas und leerte es in einem Zug. „Ich habe die beiden bekannt gemacht. Ich dachte nicht, dass sie… hat das alles mit der Affäre zwischen Walt und Lydia zu tun? Wissen Sie, warum er umgebraucht wurde?“ „Er wurde von einem Jungen namens Danny Sullivan ermordet“, antwortete Gibbs und zufrieden stellte er fest, wie der Admiral bei dem Namen kaum merklich zusammenzuckte. Seine Finger umkrampften das Glas so fest, dass seine Knöchel weiß hervortraten.
„Den Beweisen nach zu urteilen, hat Murphy ihn sexuell missbraucht und Danny sah keinen anderen Ausweg mehr, als seinen Peiniger umzubringen. Bei unseren Nachforschungen hat sich herausgestellt, dass Ihre Haushälterin, Ms. Atkins, Anzeige gegen Danny erstattet hat, als sie ihn dabei beobachtet hat, wie er Ihren Laptop gestohlen hat. Sie hingegen haben die Anzeige wieder zurückgezogen. Ihr Laptop ist jetzt ein Beweisstück, Admiral Sheldon. Wir haben ihn in Dannys Zimmer gefunden, zusammen mit zehntausend Dollar. Können Sie uns das erklären?“
Gibbs lehnte sich in dem Stuhl zurück, während in seinem Gegenüber eine Veränderung vorging. Die Freundlichkeit und Betroffenheit verschwanden, stattdessen wurden sie durch kühle Berechenbarkeit ersetzt. In seine grauen Augen trat ein eiskaltes Funkeln und auf einmal strahlte er eine Aura der Gefahr aus. Sein Gesicht wurde zu einer undurchschaubaren Maske und die beiden Agenten wurden gemustert, als seien sie störende Insekten, die es galt, zu erschlagen. Auf einmal wusste Jethro, dass sie es mit einem berechenbaren Gegner zu tun hatten, den sie nicht unterschätzen durften.
„Walt hat Danny hin und wieder hierher mitgebracht. Er hat auf den Jungen aufgepasst, seit dessen Vater gestorben ist. Walts Frau, Joan, kann keine Kinder bekommen, also hat er die Chance beim Schopf gepackt und wurde zu so etwas wie ein Ersatzvater“, sagte Sheldon und seine Stimme war genauso kalt wie seine Augen. „Und hat sich dabei an ihm vergangen“, stellte Ziva fest. „Davon weiß ich rein gar nichts. Es gab nie Anzeichen, dass Walt auf minderjährige Jungen stand. Hätte ich es gewusst, hätte ich ihn sofort angezeigt.“ Die beiden Agenten glaubten dem Admiral kein Wort.
„Und was ist mit Ihrem gestohlenen Laptop?“ wollte Gibbs wissen. „Warum haben Sie die Anzeige zurückgezogen?“ Sheldon stellte das leere Glas auf den Tisch und seufzte übertrieben. „Ja, Danny hat meinen Laptop gestohlen, aber in meinen Augen hat er schon genug Probleme, also habe ich die Anzeige, die Lydia gemacht hat, wieder zurückgezogen. Er ist ein netter Junge, Agent Gibbs, still und zurückgezogen, aber nett. Und es ist doch nur ein Laptop. Nichts, was es wert wäre, seine Zukunft zu zerstören.“ „Und das Geld?“
Sheldon zuckte mit seinen Schultern. „Keine Ahnung, es ist nicht von mir.“ „Danny hat Sie erpresst“, mischte sich Ziva ein. „Irgendetwas muss auf dem Laptop sein, das es wert ist, Tausende von Dollar zu zahlen.“ „So ein Blödsinn“, protestierte Sheldon, blieb aber dabei erstaunlich ruhig. „Ich wusste nicht einmal, dass er den Laptop noch hat. Ich war immer der Meinung, dass er ihn verkauft hat, um an Geld zu kommen.“ Gibbs glaubte ihm noch immer kein Wort. Der Admiral war aalglatt und log sie an. Aber beweisen konnten sie es ihm nicht, jedenfalls noch nicht.
„Auf dem Laptop sind passwortgeschützte Ordner und glauben Sie mir, wir werden herausfinden, was Sie vor uns verheimlichen“, erwiderte er und stand auf. „Ich habe keine Ahnung, wovon Sie reden, Agent Gibbs. Ich habe auf meinen Computer keine geschützten Ordner drauf. Wahrscheinlich hat Danny sie hinaufgespielt.“ „Warum sollte er das tun?“ fragte Ziva. „Keine Ahnung, Sie sind die Ermittler, also finden Sie es heraus“, erwiderte Sheldon ungerührt. Nichts, aber auch rein gar nichts, schien den Admiral aus der Fassung zu bringen.
„Das werden wir auch“, sagte Jethro, holte eine Karte hervor und legte sie auf den Tisch. „Sollte Ihnen noch etwas einfallen, rufen Sie mich an. Und richten Sie Ms. Atkins aus, dass wir gerne mit ihr sprechen wollen, wenn es ihr wieder besser geht.“ „Ich werde es ihr sagen“, meinte Sheldon und erhob sich, um die beiden Agenten zur Tür zu begleiten. „Nur damit das klar ist, ich lasse mich in keine schmutzigen Sachen hineinziehen“, sagte er, als er die Tür öffnete. „Wenn Walt wirklich ein Pädophiler gewesen sein sollte, dann ist das eben so. Ich habe jedenfalls nichts damit zu tun. Sollte mein Name in dieser Angelegenheit an die Öffentlichkeit geraten oder auch nur herauskommen, dass Sie mit mir gesprochen haben, werde ich Sie verklagen. Und jetzt entschuldigen Sie mich, ich habe zu tun.“
Damit schloss Sheldon die Tür vor den Nasen der Agenten. „Arroganter Bastard“, zischte Ziva und strich sich ihre Haare glatt. „Wenn der mit allem nichts zu tun hat, fresse ich einen Staubwedel.“ Gibbs sparte es sich, ihren Versprecher zu korrigieren und beide gingen zum Wagen zurück. Die Drohung des Admirals war durchaus ernst gemeint, das spürte er genau. Aber einschüchtern ließ er sich davon nicht, im Gegenteil. Es war für ihn der Beweis, dass dieser Mann gewaltigen Dreck am Stecken hatte. Was auch immer auf diesem Laptop war, hatte bestimmt nicht Danny hinaufgespielt, sondern Sheldon. Dieser konnte alles noch sooft leugnen, aber er hatte eindeutig etwas mit allem zu tun. Und Gibbs hoffte, dass Danny das bestätigen würde. Es wurde Zeit, sich mit dem Jungen zu unterhalten.
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Teil 5
„Sagt mir, dass ihr etwas gefunden habt“, brummte Gibbs, kaum dass er die Forensik betreten hatte. In einer Hand hielte er einen überdimensionierten Becher voller CafPow für Abby, die herumwirbelte, kaum dass sie seine Stimme vernommen hatte. McGee saß an einem anderen Tisch vor einem Laptop, aber Jethro wusste, dass es nicht Sheldons war. So viel hatte er immer verstanden, dass die gesamte Festplatte kopiert wurde, um das originale Beweisstück unangetastet zu lassen. Nichts durfte darauf verändert oder gelöscht werden.
Ziva und er waren seit etwa einer halben Stunde zurück und hatten die Zeit damit verbracht, Tony auf den neuesten Stand zu bringen, der noch nichts über die finanzielle Situation des Admirals herausgefunden hatte. Was auch kein Wunder war, da so etwas doch länger dauerte, außer man hatte McGees Hackerfähigkeiten und konnte den offiziellen Weg umgehen. Anschließend war Gibbs losgegangen, um sich einen Kaffee zu besorgen, genauso wie den CafPow für Abby. Er wusste aus Erfahrung, wie nahe ihr Missbrauchsfälle mit Kindern ging, weshalb eine Dosis Koffein bestimmt nicht schaden konnte.
Jethro war noch immer unsäglich wütend über Admiral Sheldon. Mehr denn je war er überzeugt, dass dieser Mistkerl Dreck am Stecken hatte. Trotz der Drohungen würde er sich nicht daran hindern lassen, gegen ihn Ermittlungen anzustellen. Sheldon würde untergehen, dafür würde er sorgen. Aber er brauchte handfeste Beweise, die selbst der Admiral nicht schönreden konnte. Was wiederum jede Menge Überstunden und wenig Schlaf bedeutete. Aber er würde sowieso nicht zur Ruhe kommen, nicht wenn er wusste, dass dort draußen mindestens noch ein Mensch frei herumlief, der einen sechszehnjährigen Jungen missbraucht hatte.
„Tut mir leid, Bossman“, sagte Abby, nahm den CafPow entgegen und trank sofort einen riesigen Schluck. „Timmy und ich sind noch immer dabei, die Ordner auf den beiden Computern zu knacken.“ Sie deutete auf den Laptop, an dem McGee saß und auf einen weiteren, der auf einem anderen Tisch stand. „Zwischendurch mache ich Analysen für Ducky und untersuche die Beweisstücke, die ihr mir mitgebracht habt. Auf dem Messer sind definitiv Dannys Abdrücke. Aber das ist nicht verwunderlich. Armer Junge.“
Ihr Gesichtsausdruck wurde mitleidig und sie betrachtete nachdenklich den großen Becher in ihren Händen. „Er ist doch erst sechzehn, Gibbs. Sechzehn. Welche Schweine sind das, die sich an ihm vergehen?“ „Ich weiß es nicht, Abbs“, erwiderte er und drückte ihr einen Kuss in die Haare. Seine Brust wurde eng, wenn er daran dachte, gleich mit Danny zu reden. Das würde eines der schwierigsten Verhöre in seiner Karriere werden.
„Wie lange werdet ihr brauchen, bis ihr Zugang zu den Ordnern habt?“ wollte er wissen. „Bei beiden wurde ein professioneller Code angewendet, der in seinem Aufbau vollkommen gleich ist“, antwortete McGee. „Da Walter Murphy Programmierer war, schätze ich, dass er bei beiden Computern die Dateien geschützt hat. Wir sind noch dabei, die genaue Struktur des Codes herauszufinden und danach werden wir ein Programm von Abby darüber laufen lassen, in der Hoffnung, dass es die Passwörter knackt. Drei bis vier Stunden. Minimum.“
Gibbs holte tief Luft und versuchte, seinen Frust nicht an den beiden auszulassen. Er wusste, dass sie ihr Bestes gaben und egal wie sehr er sie auch antrieb, die Ergebnisse würde er trotzdem nicht früher haben. So schwer es ihm auch fiel, aber er musste sich in Geduld üben, vor allem, da er wollte, dass der Anwalt von Sheldon nichts fand, woraus er einen Freispruch für seinen Klienten erwirken konnte, sollte es irgendwann zu einer Gerichtsverhandlung kommen.
„In Ordnung, gebt mir sofort Bescheid, wenn ihr euch Zugang verschafft habt“, erwiderte er und überraschte damit seine beiden Kollegen, da er sie nicht unter Druck setzte, so wie normalerweise. „Geht klar, Boss“, meinte McGee und nach kurzem Zögern fügte er hinzu: „Wann befragst du Danny?“ „In ein paar Minuten“, antwortete Gibbs. „Ich werde DiNozzo dabei haben und Ziva wird alles vom Nebenraum aus beobachten.“ Abby umarmte Jethro, da sie spürte, dass er lieber etwas anderes machen wollte, als einen Jungen zu befragen, der missbraucht worden war. Sie alle wussten von seiner toten Tochter und den damit einhergehenden Wunsch, jedes Kind zu beschützen. Bei so einem Fall wurde er immer zu einem reißenden Tier und kam erst zur Ruhe, wenn alle zur Verantwortung gezogen waren.
„Meldet euch, wenn ihr etwas habt“, wiederholte Gibbs noch einmal und verließ das Labor. McGee und Abby blickten ihm hinterher. „Manchmal hasse ich meinen Job“, sagte Tim und wandte sich wieder dem Laptop zu. „Aber du machst ihn trotzdem, damit Menschen wie Danny Gerechtigkeit widerfährt“, erwiderte die Goth und trank von dem CafPow, ehe sie ihrem Freund den Becher reichte, der dankbar einen Schluck nahm. „Du hast recht, Abbs.“ „Ich weiß.“ Damit machten sich die beiden wieder an die Arbeit.
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Gibbs betrat, mit Tony im Schlepptau, den Verhörraum, in dem Danny seit seiner Ankunft im Hauptquartier ausharrte. Er wurde flankiert von seiner Mutter und dem Anwalt, Keith Gordon. Dieser war ein übergewichtiger Mann mit bereits dünner werdendem braunem Haar und einer altmodischen Brille mit einem dicken schwarzen Rand. Er war Ende dreißig, wirkte aber dank seines jungenhaften runden Gesichts jünger. Sein teurer anthrazitfarbener Anzug spannte sich über seinem mächtigen Bauch. Es war sofort klar, dass er einer der Männer war, die im Gerichtssaal unterschätzt wurden und das auch ausnutzte, bis er gnadenlos und ohne Vorwarnung zuschlagen konnte.
Gibbs stellte sich und Tony vor, ehe er sich auf den verbliebenen Stuhl setzte, während DiNozzo sich an die Wand neben dem Einwegspiegel lehnte und seine Arme vor der Brust verschränkte. Der Jüngere fühlte sich nicht wirklich wohl in seiner Haut und wollte am liebsten gar nicht hören, was Danny zu sagen hatte. Dieser wirkte wieder wie ein Mensch, auch wenn er stur auf seine Hände starrte. Das Blut war ihm abgewaschen worden und er trug eine schwarze Trainingshose und ein graues ärmelloses Shirt, das seine blassen dünnen Arme zeigte. Er sah wie ein verängstigtes Kind aus, das die gesamte Last der Welt auf seinen Schultern trug.
Tony schnürte es die Kehle zu und er ballte die linke Hand zur Faust. Seit der Fall angefangen hatte, befand er sich am Rande eines tiefen schwarzen Abgrundes, und jetzt noch mehr, seit er… er schüttelte leicht den Kopf und zwang sich, auf das Hier und Jetzt zu konzentrieren. Es half niemandem, wenn er sich nicht im Griff hatte und schon gar nicht Danny. Außerdem würde Gibbs eine Erklärung verlangen und er war nicht bereit, eine zu geben, jedenfalls keine, die der Wahrheit entsprach. Also schob er seine linke Faust unter die rechte Achsel und bohrte die Fingernägel in die Handfläche. Obwohl es keine Lösung auf Dauer war, half ihm der Schmerz, dass er sich zusammenriss.
„Ich weiß, dass du erschöpft sein musst, Danny“, sagte Jethro und verzichtete darauf, sich Notizen zu machen oder ihm Bilder seiner Tat zu zeigen, so wie er es bei anderen Tätern machen würde. Aber der Junge machte auch so schon den Eindruck, als ob er gleich zusammenbrechen würde. Er zitterte kaum merklich und starrte weiterhin stur auf seine Hände, die er auf dem Tisch liegen hatte. Seine Mutter hatte ihm eine Hand auf den Unterarm gelegt und sie wirkte, als hätte sie in letzter Zeit einige Tränen vergossen. Ihre Augen waren blutunterlaufen und dunkle Ringe hatten sich darunter eingegraben. Sie schien in den letzten Stunden um Jahre gealtert zu sein.
„Aber wir müssen wissen, was heute Morgen genau geschehen ist. Nur so können wir dir helfen und auch dafür sorgen, andere wie Walter Murphy für immer wegzusperren“, fuhr Gibbs fort. Bei der Erwähnung des Navy Lieutenant zuckte der Junge zusammen, während auf dem Gesicht seiner Mutter grenzenlose Wut erschien. Gordon jedoch blieb relativ ruhig. „Du kannst es ruhig erzählen, Danny“, meinte er. „Wir haben darüber gesprochen und…“ „Was gibt es da schon zu erzählen?“ unterbrach ihn der Junge mit überraschend kräftiger Stimme. „Ich habe Walter umgebracht, weil er es verdient hat.“
„Hat sich Lieutenant Commander Murphy an dir vergangen?“ fragte Gibbs sanft und alleine der Gesichtsausdruck seines Gegenübers bestätigte, was sie alle bereits vermutet hatten. Sein Magen krampfte sich zusammen. Mrs. Sullivan schluckte heftig und ihre Fingernägel bohrten sich in die Haut ihres Sohnes, aber dieser schien es gar nicht zu bemerken. Ein gehetzter Ausdruck trat in seine blauen Augen. Er hatte gewusst, dass diese Frage kommen würde und hatte auch darüber reden wollen, aber jetzt, wo es so weit war, stieg Angst in ihm auf. Schon alleine deswegen, weil seine Mutter neben ihm saß und alles hören würde.
Vorhin, als Gordon ihn befragt hatte, war er nicht ins Detail gegangen, sondern hatte nur gestanden, dass er missbraucht worden war. Seine Mum war daraufhin in Tränen ausgebrochen, weshalb er nicht wollte, dass sie alles hörte. Am liebsten wollte er, dass alles vorbei war. Aber das würde wohl eine lange Zeit dauern und wenn er ehrlich zu sich selbst war, wäre es besser gewesen, er hätte sich mit dem Messer gleich die Pulsadern aufgeschlitzt, als sich im Wandschrank zu verkriechen wie ein geprügeltes Tier – was er im Grunde auch war, wie er mit einem Schaudern feststellte.
„Ja, das hat er“, antwortete Danny schließlich und krampfte seine Hände um die halbleere Colaflasche, die vor ihm auf dem Tisch stand. Er vermied es, irgendjemandem in die Augen zu sehen, wollte ihre mitleidigen Blicke nicht auf sich spüren. „Und ich wollte einfach, dass es aufhört. Also habe ich heute Morgen, nachdem… es vorbei war und er eingeschlafen ist… ich wollte doch nur, dass er mich in Ruhe lässt.“
„Was ist genau geschehen?“ wollte Gibbs wissen, der den gequälten Gesichtsausdruck Dannys fast nicht ertragen konnte. „Ich habe die Chance beim Schopf gepackt“, erwiderte der Junge. „In mir ist buchstäblich eine Sicherung durchgebrannt und ich wollte Walt auf einmal so weh tun, wie er mir immer wehtat. Also habe ich ihn, ohne wirklich darüber nachzudenken, mit seinen eigenen Krawatten ans Bett gefesselt, hab ein Messer aus der Küche geholt und… und hab ihm sein DING abgeschnitten, als er aufgewacht ist. Er hat geschrien wie ein Jammerlappen. Und ich war wie in einem Rausch und habe… habe einfach auf ihn eingestochen, damit er keine Chance hat, sich an mir oder anderen zu vergehen. Er war ein Schwein, ein Mistkerl, ein Niemand. Er hat es nicht verdient zu leben!“
Danny krampfte seine Hände um die Colaflasche und drückte das Plastik ein. In seinen blauen Augen blitzte so etwas wie Genugtuung auf, ehe der gehetzte Ausdruck zurückkehrte. Seine Schultern fielen herab und er lehnte sich an seine Mutter, die ihm einen Arm um die Schultern legte. Stumme Tränen liefen ihr über die Wangen. Gordon blieb weiterhin ruhig, während Tony seine Fingernägel heftiger in seine Handfläche bohrte.
„Und danach?“ fragte Gibbs, dessen Eingeweide brannten. „Danach habe ich mich im Schrank verkrochen, als mir bewusst geworden ist, was ich getan habe. Ich hatte auf einmal solche Angst und konnte nicht klar denken, also habe ich mich versteckt, in der Hoffnung, dass dieser Alptraum endlich aufhört.“ Es war eine Erleichterung, sich endlich alles von der Seele zu reden, auch wenn er noch immer nicht wollte, dass seine Mutter alles mitbekam. Aber er konnte sich nicht aufraffen, sie wegzuschicken. Ihre Nähe war ihm viel zu wichtig. „Warum hast du nie etwas gesagt?“ fragte Mrs. Sullivan erstickt. „Ich hätte diesem Mistkerl eigenhändig den Hals umgedreht.“
Danny ließ seinen Kopf hängen. „Ich konnte einfach nicht“, murmelte er beschämt. „Ich konnte es nicht.“ „Er hat dir gedroht, nicht wahr?“ kam es auf einmal von DiNozzo. Sein Gesicht war todernst. Der Junge blickte überrascht auf. „Nach dem Tod deines Vaters war er der einzige Mensch, der sich um dich gekümmert und dir zugehört hat. Er war freundlich, hat dir Sachen gekauft und Ausflüge mit dir unternommen. Du hast ihn vergöttert.“ „Ja“, erwiderte Danny tonlos. „Woher wissen Sie das?“ Gibbs drehte sich zu seinem Agenten um. Tony starrte wie hypnotisiert auf den Jungen.
„Deine Mutter hat mit ihrer eigenen Trauer zu kämpfen gehabt, also hast du dich nur zu gerne Murphy anvertraut“, fuhr er fort, so als ob keine Frage gekommen wäre. „Du hast es genossen, bei ihm zu sein und hättest alles getan. Und irgendwann haben die Berührungen angefangen. Zuerst kurz und kaum wahrnehmbar. Dann immer drängender und schließlich hat er dir gesagt, dass er dich liebt und gerne küssen möchte. Und du hast ihn gelassen, um ihn nicht zu enttäuschen. Du hast es zwar nicht gemocht, aber fühltest dich geehrt, dass er ausgerechnet dich liebt und dir mehr Aufmerksamkeit als seiner eigenen Frau schenkt. Und irgendwann wollte er mehr und du hast ihm alles erlaubt, obwohl es nicht richtig war und wehgetan hat. Er sagte zu dir, dass es euer Geheimnis ist und du es niemandem erzählen dürftest, da sonst schreckliche Dinge geschehen würden. Du hast ihm geglaubt und ihm erlaubt, weiter deinen Körper zu benutzen, damit er dich nicht verstößt, dir weiter Sachen kauft und mit dir etwas unternimmt. Aber dann hat er dich zu anderen Männern mitgenommen, nicht wahr? Du wurdest weitergereicht und er hat behauptet, dass sei ein Privileg, das nicht viele erhalten würden.“
Danny liefen Tränen über die Wangen und er nickte. Gibbs sah seinen Agenten an, der wie verwandelt schien. In seinen grünen Augen lag ein seltsamer Ausdruck und er schien weit weg zu sein. Der Ermittler blickte auf die linke Hand des Jüngeren und bemerkte, wie er die Finger in die Handfläche drückte. Ein winziger Blutstropfen war zu sehen. Aber bevor er irgendetwas sagen konnte, schüttelte DiNozzo den Kopf, sein Blick klärte sich und er ließ seine Arme sinken. Ein seltsames kleines Lächeln umspielte seine Lippen. „So läuft es immer“, murmelte er und lehnte sich mehr gegen die Wand. Diesmal war auch Gordon der Mund aufgeklappt.
„Es haben sich andere Männer an dir vergangen?“ fragte Jethro und wandte sich wieder an den Jungen. Dieser nickte. „Wie viele?“ „Keine Ahnung, ein paar. Ich habe nicht mitgezählt, da ich immer nur wollte, dass es vorbei war und ich wieder mit Walt alleine sein konnte. Er war immer lieb und zärtlich, aber die anderen…“ Er brach ab und schauderte. Mrs. Sullivan schlug sich eine Hand vor den Mund. „War dieser Mann einer davon?“ fragte Gibbs und holte ein Bild des Admirals hervor. Dannys Gesichtsausdruck verhärtete sich sofort und er presste seine Lippen fest aufeinander. Die Farbe wich aus seinem Gesicht.
„Die Haushälterin von Admiral Sheldon hat dich angezeigt, weil du seinen Laptop gestohlen hast und sie dich dabei beobachtet hat. Aber der Admiral hat die Anzeige zurückgezogen. Wir haben seinen Laptop in deinem Zimmer gefunden. Möchtest du das uns erklären?“ Der Junge schluckte heftig. „Mein Mandat ist nicht der Täter hier, Agent Gibbs, sondern das Opfer!“ brauste Gordon auf. „Er hat schon genug durchgemacht! Jetzt wollen Sie ihm auch noch Diebstahl aufbrummen?“ Jethro ignorierte den Anwalt.
„Hat sich Franklin Sheldon an dir vergangen, Danny? Hat er dich gezwungen, Sex mit ihm zu haben?“ Danny schüttelte den Kopf. Sein Gesicht war vor Angst verzogen. „Er war mit Murphy befreundet und seine Haushälterin hat dich ein paar Mal bei ihm gesehen. Du kennst ihn, hast seinen Laptop gestohlen. Was ist darauf, was es wert ist, ihn zu erpressen?“ „Das reicht!“ rief Gordon, als der Junge leise aufschluchzte. „Danny, wir können dich vor ihm beschützen. Wir können dafür sorgen, dass er ins Gefängnis kommt, sodass er dir und anderen nicht mehr weh tun kann.“
Aber der Junge schüttelte nur den Kopf und klammerte sich an seiner Mutter fest. Sein ganzer Körper zitterte. „Das bringt nichts, Boss“, meinte Tony tonlos und löste sich von der Wand. Sein Gesichtsausdruck war unlesbar, aber er hatte sich eindeutig wieder im Griff. „Hören Sie auf Ihren Agenten“, sagte Gordon und erhob sich schwerfällig. „Wir sind hier fertig.“ Gibbs hätte am liebsten vor Frust auf den Tisch eingeschlagen, aber stattdessen schob er das Foto von Sheldon zurück in die Akte und stand auf.
„Wir werden herausfinden, was auf dem Laptop ist und ob die zehntausend Dollar von Sheldon stammen“, sagte Gibbs, als DiNozzo die Tür aufmachte. Danny schrumpfte in sich zusammen, schwieg aber weiterhin. Gordon machte den Eindruck, gleich explodieren zu wollen. Wäre Danny nicht noch minderjährig, würde Gibbs nicht einfach so klein beigeben, sondern ihn weiterverhören, so lange, bis er alles ausspuckte, was er wusste. Aber der Junge hatte schon genug durchgemacht und ihn jetzt zu bedrängen, würde niemandem weiterhelfen. Und Gordon würde wahrscheinlich eine Beschwerde gegen ihn einreichen.
Gibbs trat auf den Gang hinaus und kaum hatte Tony die Tür zugemacht, wandte er sich grollend an seinen Agenten. „Was zum Teufel sollte das da drinnen?“ Eine Ader pochte gefährlich an seiner Schläfe. DiNozzo steckte seine Hände in die Hosentaschen. „Ich wollte nur klarmachen, wie sich Danny fühlt und warum er niemandem etwas gesagt hat. Es tut mir leid, Boss, ich wollte mich nicht einmischen, aber ich konnte nicht anders. Und ich hatte gehofft, dass er uns dadurch die Namen der anderen Männer verrät.“
„Sheldon steckt da mit drin, so viel steht fest“, brummte Gibbs, der aus dem Verhalten seines Agenten einfach nicht schlau wurde. Es war nicht das erste Mal, dass sie einen Fall mit Kindesmissbrauch hatten, aber noch nie hatte DiNozzo so wie heute reagiert. Und seine Worte ließen in Jethro eine Ahnung aufsteigen, die ihm gar nicht gefiel und die er sofort wieder in seinem Inneren einsperrte. „Kümmere dich weiter um die finanzielle Situation von Sheldon“, sagte er und drückte Tony die Akte in die Hand, als Ziva den Beobachtungsraum verließ.
Der junge Agent nickte und ließ die beiden zurück. Aber anstatt ins Großraumbüro zurückzukehren, ging er auf die Toilette, legte die Akte neben das Waschbecken, drehte den Wasserhahn auf und spritzte sich etwas von dem kühlen Nass ins Gesicht. „Reiß dich zusammen, DiNozzo“, sagte er zu seinem Spiegelbild. Der gehetzte Ausdruck in seinen grünen Augen gefiel ihm gar nicht und er wusste, wenn er nicht aufpasste, würde Gibbs noch unangenehme Fragen stellen. Und das wollte er auf alle Fälle vermeiden.
Wenn sein Boss je herausfinden sollte, dass… Tony schüttelte den Kopf. Er würde von dem Fall schneller abgezogen werden, als er Magnum sagen konnte. Er musste seine Gefühle besser unter Kontrolle halten. So etwas wie im Verhörraum durfte ihm nicht noch einmal passieren. Niemand sollte wissen, dass Danny und er sich mehr glichen, als sich seine Kollegen je vorstellen konnten. „Du wirst das hinbekommen, hast du doch immer“, murmelte er seinem Spiegelbild zu, zog eine Grimasse und trocknete sich das Gesicht mit Papierhandtüchern ab. Tief holte er Luft, nahm die Akte an sich und verließ wieder die Toilette, um sich an die Arbeit zu machen.
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Teil 6
Gibbs betrat die Pathologie und warf dabei den leeren Kaffeebecher in den Mülleimer, der sich neben der automatischen Tür befand. Ducky stand über die Leiche gebeugt, neben ihm Palmer, der eine Schüssel hielt und darauf wartete, dass sie mit einem Organ gefüllt wurde. Der Pathologe schien diesmal nicht mit der Sanftheit vorzugehen, die er normalerweise bei Toten an den Tag legte. Stattdessen führte er die notwendigen Schnitte grob, aber präzise aus. Auch erzählte er keine seiner unerschöpflichen Geschichten, da er fand, dass Murphy kein Recht darauf hatte. Alleine die Anwesenheit dieses Mannes verpestete die Luft in dem großen Raum. Er hoffte, dass dieser Mistkerl bald abgeholt und in ein einfaches Grab geworfen werden würde. Dieser verdiente kein anständiges Begräbnis.
Mit ungewohntem Abscheu im Gesicht holte Ducky die Leber aus der offenen Bauchhöhle und legte sie in die Edelstahlschüssel, die Palmer hielt. Er wirkte auch nicht gerade glücklich, der Obduktion dieses Monsters beizuwohnen, aber er verrichtete seine Arbeit ohne Proteste. Ein drückendes Schweigen hing über der Pathologie und nichts konnte diese Atmosphäre auflockern. Selbst das grelle Neonlicht wirkte verblasst.
Gibbs betrachtete für ein paar Sekunden den leblosen und aufgeschnittenen Köper von Walter Murphy. Dessen abgeschnittenes Geschlechtsteil befand sich mittlerweile in einem Behälter voller Formaldehyd und stand auf einen kleinen Tisch. Der Ermittler konnte es Danny nicht verdenken, dass er derart die Nerven verloren hatte. Schon gar nicht nachdem, was er alles erzählt hatte. Er konnte nicht in Worte fassen, was er davon hielt, dass Murphy die Trauer des Jungen ausgenutzt hatte. Seiner Meinung nach gehörte dieser Bastard noch geteert und gefedert, um anschließend irgendwelchen Tieren zum Fraß vorgeworfen zu werden.
Und dann war da noch Admiral Sheldon, der in allem mit drinsteckte. Aber ohne Dannys Aussage konnten sie ihn nicht festnageln. Gibbs konnte die Angst nicht vergessen, die sich auf dem Gesicht des Jungen abgezeichnet hatte, als er ihm das Bild gezeigt und den Namen des Mannes genannt hatte. Er konnte sich gut vorstellen, dass es für Sheldon ein Kinderspiel war, einen Teenager so sehr einzuschüchtern, dass er nichts preisgab. Er war eine Autoritätsperson, jemand, der alles tun würde, um seine Interessen durchzusetzen, selbst mit Drohungen. Und wahrscheinlich würde er alles tun, damit nicht herauskam, dass er auf minderjährige Jungen stand.
Jethro hoffte, dass sie ihn trotzdem irgendwie festnageln konnten. Vielleicht befanden sich irgendwelche Beweise auf dem Laptop, die es ihnen ermöglichten, ihn festzuhalten. Immerhin konnten sie ihn achtundvierzig Stunden einsperren ohne Anklage zu erheben. Der Ermittler würde dafür sorgen, dass sie diese zwei Tage ausnützen würden. Sie waren dabei in ein Wespennest zu stechen, wobei das bestimmt erst die Spitze des Eisberges war. Es war noch nicht abzusehen, was sich noch alles unter der Oberfläche verbarg. Noch dazu, wo Danny zugegeben hatte, von mehreren Männern missbraucht worden zu sein.
Und als wäre das alles nicht schon schlimm genug, machte Gibbs auch das Verhalten von DiNozzo Sorgen. Der junge Mann war teilweise wie ausgewechselt und sein Verhalten im Verhörraum wies darauf hin, dass irgendetwas ganz und gar nicht stimmte. Die Ahnung, die er vorhin empfunden hatte, stieg wieder in ihm hoch, aber die war so unglaublich, dass sie nicht wahr sein konnte. Tony hatte sich sonst nie bei einem Fall, der sich um Kindesmissbrauch gedreht hatte, so verhalten. Es war, als ob in ihm eine Verwandlung vorgegangen war, auch wenn er versuchte, dies zu überspielen. Aber Gibbs kannte ihn mittlerweile lange genug, um zu wissen, wenn den Jüngeren etwas bedrückte. Und heute machte er den Eindruck, als würde ein Stein so groß wie der Mount Everest auf seinen Schultern lasten. Er hatte den Jüngeren vorhin nicht so barsch behandeln wollen, aber irgendwie hatte er in dieser Situation nicht anders gekonnt. Der ganze Fall und die Möglichkeit, was seinem Agenten widerfahren sein könnte, zerrten an seine Nerven und ließen seine Eingeweide brennen.
Gibbs wünschte sich, einen weiteren Becher Kaffee dabeizuhaben, als er sich Ducky und Palmer näherte. Letzterer wog die Leber und trug das exakte Gewicht auf dem Formular ein, das auf einem Klemmbrett befestigt war. „Ah, Jethro“, sagte der Pathologe, wobei seine Stimme nicht so fröhlich wie sonst klang. Stattdessen war er ungewohnt ernst und seine Stirn zierte ein beständiges Runzeln. Er reichte etwas, das verdächtig nach einer Niere aussah, an Jimmy weiter und wandte sich anschließend seinem jahrelangen Freund zu.
„Hast du etwas für mich?“ fragte Jethro. „Außer einem großen Widerwillen, diesen Menschen zu obduzieren nichts, was wir nicht schon wüssten“, antwortete Ducky, der abwartete, bis Palmer seine Arbeit erledigt hatte, ehe er ihm die zweite Niere reichte. „Der Tod ist durch einen Stich ins Herz eingetreten“, fuhr er fort, so als ob er kein blutverschmiertes Skalpell in der Hand halten würde. „Wobei er wahrscheinlich sowieso verblutet wäre, nachdem ihm sein Geschlechtsteil amputiert wurde. Die anderen Stichverletzungen hätten ebenfalls alleine zu seinem Tod geführt, da sie lebenswichtige Organe wie die Leber, die Lunge, aber auch den Darm perforiert haben. Er hatte keine Überlebenschance.“
Ducky hörte sich so an, als ob ihm das nur recht wäre, obwohl er normalerweise ein friedlebender Mensch war und meistens über die Gewalt, die er ständig zu Gesicht bekam, den Kopf schüttelte und sich darüber ausließ, wie sehr die Menschheit verdarb. Aber diesmal stand selbst er auf der Seite des Täters, was Gibbs ihm nicht verübeln konnte. Er selbst wünschte sich, dass Danny nicht ins Gefängnis musste, aber genau dorthin war er jetzt unterwegs. Vor ein paar Minuten war er abgeholt worden. Natürlich wurde er von seiner Mutter und Keith Gordon, seinem Anwalt, begleitet.
Zu wissen, dass der Junge die Nacht hinter Gittern verbringen musste, widerstrebte Jethro zutiefst. Noch dazu, wo er wusste, dass die anderen Männer, die sich an Danny vergangen hatten, noch frei herumliefen, darunter Admiral Franklin Sheldon. Obwohl sich alles in ihm sträubte zu erfahren, was auf dessen Laptop gespeichert war, so hoffte er, dass Abby und McGee endlich das Passwort knacken konnten, sodass sie diesen Bastard wenigstens wegen Aufbewahrung von Dateien, wie Bilder oder Videos von Minderjährigen, die nackt oder in anderen demütigenden Posen aufgenommen worden waren, festnageln konnten.
„Ist das alles?“ fragte Gibbs nach, als Ducky sich daran machte, den Dünndarm aus Murphys aufgeschnittenem Körper zu holen. „Nun, was hast du erwartet?“ wollte der Pathologe gutmütig wissen. „Nachdem die Todesursache bereits am Tatort klar gewesen ist. Ansonsten gibt es nichts, was euch bei den Ermittlungen helfen könnte. Abby analysiert noch das Blut und macht verschiedene Tests, aber ich denke nicht, dass dabei etwas Überraschendes herauskommen wird. Der Lieutenant Commander, diesen Titel hat er übrigens überhaupt nicht verdient, war kerngesund, nicht übergewichtig oder zeigte sonst irgendwelche Anzeichen für eine Krankheit. Er hielt sich körperlich fit und hat gut entwickelte Muskeln. Hätte er nicht beschlossen, sich an dem armen Jungen zu vergehen, hätte er noch ein langes Leben haben können. Wie ist die Befragung übrigens gelaufen?“
Gibbs fuhr sich mit einer Hand durch die Haare und fasste das Gespräch kurz zusammen. Duckys Gesicht verfinsterte sich, genauso wie Palmers, der einen verabscheuten Blick auf die Leiche warf. Er kam sich auf einmal schrecklich schmutzig vor, immerhin hatte er die inneren Organe des Mannes in Händen gehalten. Zwar war er nicht direkt mit dessen Blut in Kontakt gekommen, immerhin trug er Latexhandschuhe, trotzdem hatte er das dringende Bedürfnis nach einer heißen Dusche.
„Meinst du, Danny wird noch einmal seine Meinung ändern und gegen den Admiral aussagen?“ fragte Ducky und machte sich daran, den Dickdarm des Toten zu entfernen. „Hoffentlich. Vor allem, wenn wir endlich herausfinden, was sich in den passwortgeschützten Ordern befindet“, antwortete Gibbs und alleine der Gedanke, was sich darin befinden könnte, bereitete ihm Übelkeit. Er brauchte unbedingt einen weiteren Kaffee. „Wenn Sheldon wirklich kinderpornographische Sachen gespeichert hat, können wir ihn ins Gefängnis bringen und somit verhindern, dass er an Danny herankommt.“ „Aber der Junge ist doch vor dem Admiral sicher, wenn er selbst hinter Gittern sitzt.“ „Du weißt, dass es möglich ist, Menschen problemlos im Gefängnis umzubringen, Duck. Außerdem glaube ich, dass Danny eher befürchtet, dass seiner Mutter etwas zustoßen könnte.“
Der Pathologe seufzte und reichte den Dickdarm an Palmer weiter, ehe er sich die blutverschmierten Latexhandschuhe auszog und sie entsorgte. Anschließend ging er zum Waschbecken und reinigte sorgfältig seine Hände. „Dieser Fall ist einfach schrecklich“, sagte er, als er sich sorgfältig abtrocknete. „Es ist einer der Tage, wo ich mir wünsche, das Bett nicht verlassen zu haben.“ „Da bist du nicht der Einzige“, erwiderte Gibbs. „Wir alle hassen solche Art von Fällen, aber wenn man es genau betrachtet, haben wir dadurch die Möglichkeit, solche Bestien wegzusperren“, meinte der Pathologe. „Du wirst alle Verantwortlichen finden, Jethro, da bin ich mir sicher.“
Der Ermittler schwieg. Ducky hatte recht, auch wenn er wusste, dass es dort draußen viel zu viele Menschen wie Murphy und Sheldon gab. Aber jeder Kinderschänder, der nicht mehr frei herumlief, war ein kleiner Sieg. Und wenn sie den Admiral überführten, würden dadurch andere Kinder in Sicherheit sein. Und wer wusste, vielleicht würden sich andere Opfer dieses Mannes melden, würde diese Sache erst einmal an die Öffentlichkeit gelangen. Und das würde sie. Die Medien würden es irgendwann herausfinden. Denen blieb so ein heikler Fall nie lange verborgen, egal wie sehr versucht wurde, nichts durchsickern zu lassen.
„Vielleicht werde ich alle Verantwortlichen finden, aber dadurch löst sich ein andere Problem nicht“, erwiderte Gibbs, ehe er sich daran hindern konnte. Ducky hob eine Augenbraue. „Was willst du damit sagen?“ wollte er wissen. Jethro verfluchte sich selbst, merkte aber, dass es zu spät war, alles zurückzunehmen und es als unwichtig abzutun. Deshalb deutete er dem Pathologen an, ihm zu folgen. Die beiden verließen die Autopsie und traten auf den Flur hinaus.
„Also?“ Ducky wandte sich an seinen Freund, als sich die Türen mit einem Zischen geschlossen hatten und somit garantierten, dass Palmer nicht lauschen konnte. „Es geht um DiNozzo“, erwiderte Gibbs, der es irgendwie nicht richtig fand, hinter dem Rücken des jungen Mannes mit Ducky über ihn zu sprechen. Aber es blieb ihm keine andere Wahl. Schon gar nicht, weil ihm sein Senior Field Agent solches Kopfzerbrechen bereitete.
„Was hat Anthony jetzt wieder angestellt?“ fragte Ducky. „Im Prinzip gar nichts, Duck, und das ist es ja, was mir nicht gefällt. Er spielt Ziva und McGee keine Streiche, zitiert keine Filme, spielt kein Tetris und albert nicht herum, sondern ist still und in sich gekehrt. Und vorhin im Verhörraum… du hättest ihn sehen und vor allem hören sollen. Was er alles gesagt hat, es ist fast so, als ob…“ Er brach ab und ballte seine Hände zu Fäusten. Himmel, er wollte es nicht aussprechen.
„Als ob was?“ drängte Ducky, der erkannte, dass Gibbs sonst nicht weitersprechen würde. Dieser schloss kurz seine Augen und als er sie wieder aufmachte, war das Blau darin dunkler geworden. „So als ob er persönliche Erfahrungen hat, was Kinderpornographie angeht.“ Der Pathologe trat einen winzigen Schritt zurück, sämtliche Farbe wich aus seinem Gesicht und er starrte den Ermittler schockiert an. „Willst du damit andeuten, dass Anthony…? Nein, das kann ich mir nicht vorstellen“, erwiderte er und richtete sich etwas zu hektisch seine stets schief sitzende Fliege.
„Genau das will ich andeuten“, sagte Jethro, der die Reaktion seines Freundes durchaus nachvollziehen konnte. Ging es ihm doch genauso. Aber noch gab es keine Beweise, die seine Vermutung untermauerte und solange es keine gab, wollte er es selbst nicht akzeptieren, dass DiNozzo anscheinend eine größere Last mit sich herumschleppte, als sie alle angenommen hatten.
„Ich verstehe das nicht“, meinte Ducky. „Wir haben ein paar solcher Fälle gehabt, Jethro, und kein einziges Mal deutete darauf hin, dass Anthony… persönliche Erfahrungen mit so etwas hat. Was ist diesmal anders? Was hat deinen Verdacht erregt? Meinst du nicht, dass es daran liegen könnte, dass ihr Danny in dem Schrank gefunden habt? Vielleicht hat ihn der Anblick des Jungen aus dem Gleichgewicht gebracht.“ Es war eine plausible Erklärung und Gibbs war versucht, sich daran zu klammern. Trotzdem, es erklärte DiNozzos Verhalten im Verhörraum nicht wirklich. Selbst wenn er nur von einem Film oder einem Buch zitiert hätte, da war ein Ausdruck in seinen Augen gewesen, der nicht zu deuten gewesen war.
„Es steckt etwas anderes dahinter, Duck, das sagt mir mein Instinkt“, erwiderte Jethro schließlich, der sich nicht dazu entschließen konnte, diese Sache ruhen zu lassen. „Ich werde herausfinden, was hinter seinem Verhalten steckt.“ Ducky runzelte besorgt die Stirn. „Du kennst den Jungen, Jethro. Von sich aus wird er nie etwas verraten, schon gar nicht, wenn es um so etwas geht. Und Gott behüte, solltest du recht haben, was ich nicht hoffe. Alleine der Gedanke daran, dass Anthony…“ „Ich weiß“, murmelte Gibbs. „Ich weiß.“ Der Gedanke war einfach schrecklich und trotzdem würde es durchaus Sinn machen. Das übertriebene Fratboy Verhalten, die perfekte Maske aus Scherzen und Späßen, Tonys ständiger Wunsch nach Aufmerksamkeit und Lob, die wenigen Details, die er von seiner Familie und Vergangenheit preisgab…
„Ich werde so bald wie möglich mit ihm sprechen“, beschloss Gibbs, auch wenn er das tief in seinem Inneren nicht wollte. Persönliche Gespräche waren etwas, von dem er sich fernhielt und in dem er nicht gut war, aber diesmal würde er wohl eine Ausnahme machen. „Aber sei vorsichtig“, ermahnte ihn Ducky. „Du weißt, dass sich Anthony schneller verschließen kann als eine Auster, wenn es darum geht, dass er etwas von sich erzählen soll, was nicht mit Partys und Frauen zu tun hat. Sein ganzes Verhalten deutet darauf hin, dass er tief drinnen vollkommen einsam ist und Angst hat, verlassen zu werden. Und wenn es stimmt, was du vermutest, dann ist seine Seele mehr zerbrochen, als ich angenommen habe. Ich habe schon immer gewusst, dass der arme Junge irgendetwas mit sich herumschleppt, das so schmerzhaft ist, dass er niemanden wirklich an sich heranlässt, aber das? Ich hoffe, dass sich dein Instinkt zum ersten Mal täuscht.“
„Das hoffe ich auch“, sagte Gibbs und fuhr sich durch die Haare, sodass die normalerweise ordentliche Frisur etwas durcheinander geriet. Er wünschte sich, dass er wüsste, wann der richtige Zeitpunkt war, um mit Tony über alles zu sprechen, aber den würde es wohl nicht geben. Und er konnte schlecht seinen Agenten einfach so direkt fragen. Da würde er eher das Weite suchen, als mit seinem Boss über ein derart heikles Thema zu sprechen. Tony war sensibler, als er allen weismachen wollte, um einiges zerbrechlicher, als sie vermuteten. DiNozzo steckte voller Rätsel und Geheimnisse und wenn Gibbs recht hatte, dann waren manche Geheimnisse dunkler als die schwärzeste Nacht.
Er verabschiedete sich knapp von Ducky und rief den Aufzug. Der Pathologe kehrte zu seiner Arbeit zurück und überließ Jethro sich selbst. Die Fahrt in die dritte Etage war ihm noch nie so lange vorgekommen und beinahe hätte er sofort wieder kehrt gemacht, um sich einen Kaffee zu besorgen, hätte in dem Moment nicht sein Handy geklingelt. Auf dem kleinen Display erschien Tonys Name. „Was gibt es, DiNozzo?“ meldete er sich, ohne den anderen zu begrüßen. „Ich habe etwas, Boss“, erwiderte der Jüngere prompt und Gibbs stellte erleichtert fest, dass er sich fast wie immer anhörte. Jedenfalls war seine Stimme nicht mehr monoton wie vorher im Verhörraum und er klang eindeutig aufgeregter und fröhlicher. „Bin gleich da“, brummte der Ermittler, legte auf und verließ wenige Sekunden später den Fahrstuhl, mit dem Gefühl, dass sie vielleicht endlich Fortschritte machen würden.
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Teil 7
Tony sprang auf, kaum dass er Gibbs entdeckte, der den Fahrstuhl mit schnellen Schritten verließ. Sein Gesichtsausdruck war grimmig und er schien dieselbe Hoffnung zu verspüren wie der Jüngere. Er hatte die letzten Stunden damit verbracht, die Finanzen von Sheldon durchzugehen. Dieser war nicht übermäßig reich, hatte aber durchaus genug Geld, um sich ein schönes Haus und einen etwas gehobenen Lebensstil zu leisten. Hätte er McGees Hackerfähigkeiten, hätte er glatt die Konten dieses Mistkerls eingefroren, um diesen Schweinehund wenigstens teilweise für das Leid zu bestrafen, das er anderen zugefügt hatte.
DiNozzo versuchte, seinen Hass unter Kontrolle zu bringen und sich auf seine Arbeit zu konzentrieren. Ziva ignorierend, die sich neugierig auf ihrem Platz nach vorne beugte, reichte er Gibbs ein Blatt Papier, kaum dass dieser ihn erreicht hatte. Sie alle hatten noch an der Befragung von Danny zu knabbern und Tony hoffte, dass das, was er gefunden hatte, helfen würde, den Admiral endlich zu überführen. Danny hatte so viel Angst vor dem Mann, was nur verständlich war. Aber wenn er erst einmal aus dem Verkehr gezogen worden war, standen möglicherweise die Chancen nicht schlecht, dass der Junge doch noch reden würde.
„Das ist ein Kontoauszug vom letzten Monat“, erklärte DiNozzo, als Gibbs fragend eine Augenbraue hob. „Wie man sehen kann, hat der Admiral insgesamt dreißigtausend Dollar in bar abgehoben. Wenn du mich fragst, ist das mehr als verdächtig. Hätte er das Geld auf einmal abgehoben, hätte ich noch vermutet, dass er sich ein neues Auto oder so gekauft hat, aber so…“ „Vielleicht hat er es auf ein Sparbuch gelegt“, kam es von Ziva. Tony drehte sich zu ihr um und kniff seine Augen zusammen. „Auf welcher Seite stehst du überhaupt?“ zischte er nicht gerade freundlich.
„Auf der von Danny natürlich“, antwortete sie ohne mit der Wimper zu zucken. „Und reg dich nicht gleich so auf. Ich will nur, dass wir alle Eventualitäten in Betracht ziehen.“ „Das tun wir auch“, meinte Gibbs und blickte auf das Datum, wo zum ersten Mal zehntausend abgehoben worden sind. „Wann wurde der Laptop des Admirals gestohlen?“ wollte er wissen. Tony kehrte zu seinem Computer zurück, tippte kurz etwas auf seiner Tastatur und sagte: „Vor zehn Tagen.“ In Jethros Augen trat ein gefährlicher Ausdruck. „Und vor neun Tagen hat der Admiral die ersten zehntausend abgehoben“, erwiderte er und knallte den Zettel mit der flachen Hand auf DiNozzos Tisch.
„Also ist die Möglichkeit hoch, dass Danny ihn wirklich erpresst hat“, mutmaßte Ziva. „Aber anstatt Sheldon den Laptop zurückzugeben, hat er beschlossen, noch mehr Geld zu fordern.“ „Ja, aber wir haben doch nur zehntausend in seinem Zimmer gefunden“, meinte Tony. „Es kann sein, dass er Danny das Geld noch gar nicht gegeben hat. Vielleicht war das Übergabedatum erst heute oder morgen. Wer weiß?“ Sie zuckte mit den Schultern.
„Es gibt nur einen Weg, das herauszufinden“, knurrte Gibbs und eilte zu seinem Tisch. „Ziva, du kommst mit mir. DiNozzo, erkundige dich, wann wir endlich die Jugendstrafakte von Murphy bekommen. Und ich will den Bericht über das Verhör von Danny auf meinem Tisch haben, bis ich wieder zurück bin.“ „Geht klar, Boss“, erwiderte Tony sofort, froh darüber, nicht mit zu Sheldon fahren zu müssen. Um nichts in dieser Welt wollte er diesem Mann gegenübertreten – jedenfalls jetzt noch nicht. Und die Arbeit, die er so eben aufgetragen bekommen hatte, würde ihn eine Weile beschäftigen und unerwünschte Gedanken vertreiben.
Ziva schnappte sich ihre Sachen, nicht gerade erfreut, diesem Widerling erneut zu begegnen. Aber hoffentlich würde es reichen, wenn sie ihn mit dem Geld konfrontierten, dass er endlich Risse in seiner kühlen äußeren Fassade bekam. Am liebsten wollte ihn sofort verhaften, aber selbst wenn er die Erpressung zugab, war das kein Verbrechen, immerhin wäre er in diesem Fall das Opfer, so unfair das auch war. Sie mussten darauf vertrauen, dass Abby und McGee sich Zugang zu dem Laptop verschafften. Und wenn wirklich das darauf war, was sie vermuteten, würden sie diesen Bastard festnageln.
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„Sie schon wieder“, zischte Sheldon, als er die Tür aufmachte und erkannte, wer davor stand. Ziva hatte absichtlich den Finger länger als nötig auf dem Klingelknopf gelassen, um den anderen ein wenig aus der Reserve zu locken – ohne Erfolg. Den beiden begegnete erneut dieser kalte Blick aus den Augen des Admirals. Seine Miene war undurchschaubar und doch betrachtete er seine Besucher, als wären sie besonders eklige Insekten. „Welche Anschuldigungen wollen Sie diesmal vorbringen?“
„Das würden wir gerne drinnen besprechen und nicht hier draußen, wo uns jeder sehen kann“, antwortete Gibbs, dem die überhebliche Art des Admirals sauer aufstieß. In der näheren Umgebung waren keine Menschen zu sehen, aber trotzdem war die Möglichkeit hoch, dass ein Nachbar sie unbemerkt durch ein Fenster beobachtete. Er hatte nichts dagegen, das Gespräch mit Sheldon auf der Türschwelle zu führen, aber der Mann war so darauf bedacht, nicht mit Bundesagenten gesehen zu werden, dass er wie erwartet die beiden ins Haus ließ, wenn auch widerwillig.
„Ist Ms. Atkins nicht hier?“ fragte Gibbs, dem aufgefallen war, dass der altersschwache Toyota nicht mehr in der Einfahrt stand. „Sie ist zu einer Freundin gefahren. Sie hat gemeint, sie müsste hier raus“, erwiderte Sheldon und führte sie ins Wohnzimmer. „Sie haben sie in ihrem Zustand alleine fahren lassen?“ wollte Ziva wissen. Der Admiral zuckte mit den Schultern und setzte sich auf die Couch, ohne den Agenten anzubieten, es sich ebenfalls gemütlich zu machen. „Lydia kann auf sich selbst aufpassen. Also, was kann ich diesmal für Sie tun?“
Die sichtliche Arroganz brachte Jethro zur Weißglut, aber er ließ sich nichts anmerken. Stattdessen setzte er sich gegenüber Sheldon auf einen Stuhl und wie beim ersten Mal blieb Ziva stehen. Sie verschränkte die Arme vor der Brust und musterte ihn, als sei er das hässliche Insekt. Was er im Grunde auch war. Dannys Reaktion hatte bewiesen, dass sich der Admiral an ihm vergangen hatte und somit war er ein Schandfleck auf dieser Erde, der weggehörte. Sie musste aufpassen, damit sie ihn nicht einfach am Kragen seines Hemdes packte und kräftig durchschüttelte, bis er die Wahrheit ausspuckte.
„Bei unseren Ermittlungen haben wir Ihre finanzielle Situation überprüft, da wir noch immer davon ausgehen, dass Danny Sie erpresst hat“, sagte Gibbs mit tödlich ruhiger Stimme. „Was nicht stimmt“, erwiderte Sheldon mit knirschenden Zähnen. Ihm war das Thema sichtlich zuwider. Seine Hände ballten sich zu Fäusten. Der Ermittler ignorierte den Einwurf und fuhr ungerührt fort. „Wir haben festgestellt, dass Sie innerhalb der letzten Tage insgesamt dreißigtausend Dollar abgehoben haben, davon zehntausend nur einen Tag nachdem Ihr Laptop gestohlen wurde. Das ist ein viel zu großer Zufall und ich glaube nicht an Zufälle.“
Aufflammende Wut verzerrte das Gesicht des Admirals. „Ist es jetzt schon ein Verbrechen, eine größere Summe Geld abzuheben?!“ brauste er auf und kleine Speicheltröpfchen flogen von seinen Lippen. „Und selbst wenn ich Opfer einer Erpressung wäre – was nicht der Fall ist – dann bin ja wohl nicht ich der bestraft gehört! Das ist unerhört! Wenn Sie nicht sofort verschwinden, werde ich Beschwerde gegen Sie einlegen!“ Ziva hob eine Augenbraue, während Gibbs ganz ruhig sitzen blieb. Viele hatten schon versucht, ihn einzuschüchtern, waren aber stets gescheitert. Und auch diesmal ließ er sich nicht aus der Fassung bringen.
„Was haben Sie mit dem Geld angestellt?“ fragte er, anstatt des Haus zu verlassen. Sheldon presste seine Kiefer fest aufeinander, als er erkannte, dass er mit dieser Methode bei dem Ermittler nicht weiterkam. „Um zehntausend Dollar habe ich mir diesen neuen Fernseher gekauft“, knurrte er deswegen und zeigte auf das große Modell, das an der Wand hing und das Tony bestimmt zum Sabbern gebracht hätte. Sogar ein hochmodernes Dolby Surround System war vorhanden, sodass das Wohnzimmer in ein halbes Kino verwandelt werden konnte. „Haben Sie eine Rechnung dafür?“ fragte Gibbs, der keine Sekunde lang glaubte, dass sich Sheldon den Technikkram erst vor wenigen Tagen gekauft hatte.
Sein Gegenüber zuckte mit den Schultern. „Irgendwo, ja. Aber fragen Sie mich nicht, wo genau, da Lydia sämtliche meiner Rechnungen ablegt und verwaltet. Und wie Sie wissen, ist sie derzeit nicht hier. Aber ich kann sie bitten, danach zu suchen, wenn sie wieder zurück ist“, antwortete der Admiral und setzte dabei einen überheblichen Gesichtsausdruck auf. So wie es aussah, war er für alle Eventualitäten gerüstet.
„Und was ist mit den restlichen zwanzigtausend?“ wollte Ziva wissen, der Sheldons Verhalten gewaltig auf den Keks ging. Am liebsten würde sie ihm zeigen, wie gut man jemanden mit einer Büroklammer foltern und auch umbringen konnte. „Die habe ich hier bei mir Zuhause in einem Tresor in meinem Arbeitszimmer“, erwiderte er ungerührt. „Ich habe immer eine größere Summe Bargeld im Haus. Man weiß nie, wofür man es brauchen kann.“ Er fletschte die Zähne, sodass er den Eindruck eines tollwütigen Wolfes machte, der bereit war, jemanden anzuspringen und zu beißen.
„Können wir das Geld sehen?“ fragte Gibbs und erhob sich. „Wenn es Ihnen danach besser geht und Sie mich endlich in Frieden lassen!“ beschwerte sich Sheldon und stand auf. „Und hören Sie endlich auf, mich wie einen Täter zu behandeln. Ich habe nichts Unrechtes getan! Was Ihnen auch immer dieser Junge erzählt hat, es stimmt nicht!“ „Es tut nichts zur Sache, was wir glauben oder nicht“, meinte Ziva und widerstand dem Drang, mit ihren Fingerknöchel zu knacken. „Und jetzt zeigen Sie uns endlich das Geld.“
Sheldon war klug genug, nicht auf die Agentin loszugehen, auch wenn er es gerne getan hätte. Aber er wollte nicht wegen Angriffs auf eine Bundesbeamtin belangt werden. Deswegen führte er seine beiden – lästigen – Besucher den Flur entlang in den hinteren Teil des Hauses, wo sein Arbeitszimmer lag. Es war ein großer und freundlich eingerichteter Raum. Die Fenster gingen auf den Garten hinaus und waren geöffnet, sodass warme Luft hereinströmte. Der Parkettboden war poliert, die Vorhänge rochen frisch gewaschen und auf den Kirschholzmöbeln schien kein Körnchen Staub zu kleben. Alles war aufgeräumt und selbst auf dem Schreibtisch gab es lediglich eine Schreibunterlage, den Monitor eines Computers und einen runden Behälter für verschiedene Stifte.
Alles wirkte organisiert, aber kalt, genauso wie der Besitzer des Hauses. Gibbs fröstelte innerlich, wobei er sofort zu dem Computer blickte. Sein Magen zog sich zusammen. Wenn der Admiral in Kinderpornographie verwickelt war, wie hoch war wohl die Möglichkeit, dass sich auf dem PC Beweise dafür befanden? Momentan hatten sie nicht genug gegen ihn in der Hand, um einen Durchsuchungsbefehl zu erwirken. Erst, wenn Abby und McGee den Code auf Sheldons Laptop geknackt hatten, würde sich zeigen, ob sie diesen Mistkerl endlich verhaften konnten oder ob er ihnen entkommen würde. Verdammt, er wünschte sich, Danny würde ihnen alles verraten.
Ohne auf die Agenten zu achten, ging Sheldon zu einem Landschaftsgemälde, das über der ledernen Sitzgruppe beim Fenster hing, schwang es zur Seite und stellte sich so hin, dass Gibbs und Ziva keine Möglichkeit hatten, die Kombination zu erkennen, die er in das Tastenfeld eingab. „Warum verstecken Menschen ihre Safes immer hinter Bildern?“ flüsterte die Israelin beinahe lautlos. „Ich habe keine Ahnung“, erwiderte Jethro genauso leise und sah dabei zu, wie der Admiral die kleine Stahltür lautlos aufzog, hineingriff und je zwei Geldbündel zu zehntausend Dollar herausnahm.
„Hier, Sie können sogar nachzählen“, sagte er unfreundlich und warf das Geld auf den Schreibtisch. Es war deutlich zu erkennen, dass der Safe ansonsten leer war. Ziva und Gibbs warfen sich einen kurzen Blick zu, ehe Letzterer sich daran machte, die Scheine grob zu zählen. Es waren wirklich zwanzigtausend Dollar, aber damit war noch nicht bewiesen, ob sie der Admiral wirklich nur als Notgroschen aufbewahrte oder vorgehabt hatte, erneut Danny zu bezahlen, damit der Inhalt des Laptops nicht an die Öffentlichkeit gelangte. Nicht, dass das irgendwie möglich gewesen wäre, so gut wie der gesichert war. Obwohl, heutzutage gab es genug Menschen, die solche Codes knacken konnten.
„Sind Sie jetzt zufrieden?“ fragte Sheldon eiskalt. „Das beweist noch gar nichts“, erwiderte Gibbs und blickte dem Mann ruhig in die Augen. „Ich wurde nicht erpresst, weder von Danny, noch von irgendjemand anderem. Jetzt entschuldigen Sie mich, ich habe zu tun. Und das nächste Mal, wenn Sie hier aufkreuzen, haben Sie einen Durchsuchungsbefehl, sonst lasse ich Sie hier nicht mehr herein.“ „Wir kriegen Sie noch“, sagte Ziva gerade laut genug, dass es der Admiral verstehen konnte. Dessen Gesicht lief puterrot an, aber bevor er los toben und irgendwelche Drohungen ausstoßen konnte, verließen die beiden Ermittler das Arbeitszimmer und gingen zur Haustür, durch die sie wenige Sekunden später in die warme Frühlingsluft traten.
„So ein Armleuchter“, beschwerte sich Ziva, als sie beim Wagen angelangt waren. „Der hat gewiss Dreck am Stecken.“ „Ja, aber noch können wir es nicht beweisen. Hoffen wir, dass Abby und McGee endlich in die Ordner hineinkönnen“, erwiderte Gibbs und ließ sich hinters Lenkrad fallen. „Irgendwie will ich gar nicht wissen, was wir dort finden werden“, meinte Ziva und schnallte sich an. Jethro widersprach ihr nicht, aber irgendjemand musste die Drecksarbeit erledigen. Und in diesem Fall würde das sein Team sein.
******
In der Forensik war es ungewohnt still. Die sonst so laute Musik war auf die leiseste Stufe heruntergeschaltet worden, sodass sie eher ein Hintergrundgeräusch darstellte und keine Unterhaltung. McGee saß vor Admiral Sheldons Laptop, trank seinen dritten Becher CafPow und sah dabei zu, wie Abbys Programm versuchte, das Passwort für die Ordner zu knacken. Mittlerweile schien seine Blutbahn nur noch aus Koffein zu bestehen und es fiel ihm schwer, ruhig sitzen zu bleiben. Allerdings brauchte er das zuckerhaltige Getränk, um sich zu konzentrieren und um durchzuhalten. Es war mittlerweile Nachmittag und es würde nicht mehr lange dauern und das offizielle Ende des Arbeitstages würde da sein. Aber nicht für ihn und Abby.
Die beiden hatten sich bereits darauf eingestellt, die Nacht im Hauptquartier zu verbringen. Entweder würde es solange dauern, bis sie endlich Zugriff zu den Dateien hatten, oder sie würden das ganze Material durchsehen müssen, worauf er sich überhaupt nicht freute. So oder so würde es ein langer Abend werden und da brauchte er jedes ihm zur Verfügung stehende Mittel, um wach zu bleiben. Aus Erfahrung wusste er, dass da nur CafPow helfen konnte.
Abby arbeitete an ein paar Beweisen vom Tatort, wobei das alles nur mehr Routine war, da sie den Täter in Gewahrsam hatten. Aber alles musste nach Vorschrift ablaufen und wenn sie erst einmal alles analysiert, katalogisiert und ihren Bericht geschrieben hatte, konnte sie sich voll und ganz auf die beiden Computer konzentrieren, auf denen beiden gerade ein Programm von ihr versuchte, die Passwörter zu knacken. Mittlerweile arbeiteten sie schon Stunden daran und die Frist, die sie Gibbs gesagt hatten, war bereits überschritten.
Natürlich hatte der Boss die beiden zur Eile angeregt, hatte aber auch widerwillig eingesehen, dass es nicht schneller ging und sie ihr Bestes taten. Sie konnten nicht zaubern wie Harry Potter, was manchmal von Vorteil wäre. Aber so mussten sie sich voll und ganz auf ihre Fähigkeiten konzentrieren und darauf hoffen, dass das Programm seine Arbeit verrichtete.
„Es war noch nie so langweilig auf einen Bildschirm zu starren“, sagte McGee schließlich und stellte den Becher vor sich auf den Tisch. Wenn er weiter so viel trank, würde er bald alle fünfzehn Minuten auf die Toilette müssen. „Soll ich dir etwas zu lesen geben?“ schlug Abby vor. „Ich habe jede Menge Fachmagazine und ich denke, Tony hat irgendwo hier einmal eines seiner Schundhefte liegengelassen. Ich könnte dir auch Deep Six anbieten, aber ich denke, das kennst du in- und auswendig.“ „Warum hat Tony einmal ein Schundheft hierher mitgenommen?“ wollte Tim wissen und drehte sich zu seiner Freundin um.
Die Goth grinste verschmitzt. „Das willst du nicht wissen, glaub mir, Timmy“, erwiderte sie geheimnisvoll. In Wirklichkeit war es nichts Mysteriöses, da DiNozzo einmal seine Mittagspause im Labor verbracht und dabei die neuste Ausgabe des GSM gelesen hatte. Wie nicht anders zu erwarten, war währenddessen Gibbs hereingekommen und Tony hatte hastig das Magazin in eine Schublade gestopft, damit sein Boss nicht mitbekam, womit er sich die Mittagspause vertrieb. Kurz darauf war ein Fall hereingekommen und Anthony hatte das Magazin komplett vergessen, genauso wie Abby, die sich jetzt wieder daran erinnerte.
„Wahrscheinlich ist es wirklich besser, wenn ich es nicht weiß“, meinte McGee im selben Moment, als einer der beiden Computer ein Piepsen von sich gab. Sofort war die Langeweile wie weggeblasen und er setzte sich kerzengerade auf. „Abby, dein Programm hat es geschafft!“ rief er aufgeregt und begann sofort, wild auf der Tastatur des Laptops herumzuhämmern. Die Goth eilte an seine Seite. „Mit dieser Software könnte ich ein Vermögen verdienen“, stellte sie fest und lugte Tim über die Schulter. Dieser erwiderte nichts, sondern starrte auf die Ordner, zu denen sie jetzt Zugang hatten. Es waren die Dateien von Sheldons Laptop, während bei dem PC von Murphy das Programm noch immer arbeitete. Aber es war nur mehr eine Frage der Zeit, bis sie auch dort Zugang erhalten würden.
Die anfängliche Euphorie verschwand wieder, als McGee den Cursor der Maus über die Ordner bewegte. „Wo sollen wir anfangen?“ fragte er leise. Abby umarmte ihn von hinten. „Klick den Ordner D1 an“, antwortete sie mit schmerzhaft klopfendem Herzen. „Mit dem Buchstaben D gibt es nur einen einzigen und vielleicht sind da Dateien von Danny dabei.“ Es waren nicht nur Dateien von dem Jungen dabei, sondern der ganze Ordner war nur ihm gewidmet, wie sich nach einem Klick herausstellte. Es gab hunderte von Bilder und etwa ein Dutzend Videos. „Das ist einfach nur krank“, flüsterte Abby mit brechender Stimme. McGee nickte und wünschte sich auf einmal, er könnte weiterhin nur auf den Bildschirm starren, während das Programm versuchte, den Code zu knacken.
Fortsetzung folgt...
Habt ihr noch ein wenig Zeit für ein FB? Ich würde mich richtig darüber freuen
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25.07.2010 16:29 |
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ElmoVsBibo

NCIS Routinier
 

Dabei seit: 23.12.2009
Beiträge: 427
Herkunft: Sesamstraße
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Hu, ich glaub das ist das erste mal, dass ich erste bin^^
Alsoooo, ein super Kapi. Am liebsten wäre ich ja mal eben in die Geschichte gesprungen und hätte Tony getröstet! Willst mich nicht mal eben reinschreiben?? Nein? *schulter zuck* einen Versuch wars wert;D
Kann es sein, dass Tony mindestens einen dieser Männer kennt. Würde mich nicht wundern, wenn einer von denen sich auch schon an ihm vergriffen hätte....vor allem wenn man bedenkt wie durch den Wind Tony war.
Ich freu mich auf jeden Fall auf das nächste Kapi!!!
*knuddel*
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25.07.2010 17:13 |
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Moni40onair

NCIS Routinier
 

Dabei seit: 15.02.2010
Beiträge: 376
Herkunft: Bayern
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| RE: Dark Secret 2 (Tony Whump!) *4. Teil* *25.07* |
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Hi Michi,
wow - ich kann nur sagen: super super super! Also du schreibst erstklassig! Flüssig, stilsicher, fehlerlos - einfach ein Genuss zu lesen.
Und zur Story: Der Admiral hängt natürlich mit drin, das kann doch gar nicht anders sein - aber was bringt Tony so aus der Fassung? Kennt er den Kerl etwa? Von früher? Ich bin mir inzwischen ziemlich sicher, dass Tony am eigenen Leib erfahren musste, was Pädophile mit Kindern anstellen.
Ich freue mich schon auf die Fortsetzung - hoffentlich hast du viel Zeit zum schreiben!
Also bis dann
__________________ LG Moni
Ziva:..for what? - Tony:..For you!
Meine FF Spur des Geldes + RUSSISCHES ROULETTE
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25.07.2010 19:46 |
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Hey, also erstmal: Respekt das du dich an so ein schwieriges Thema ranwagst.
Die Umsetzung finde ich auch klasse. Du schreibst flüssig, klar und mitreißend. Ich wäre am liebsten nicht nur einmal in die Story gesprungen und hätte jemanden umgebracht oder getröstet xD
Ich bin mir ziemlich sicher das Tony diesen Admiral kennt, vielleicht sogar von ihm missbraucht wurde. Ob er irgendwann erzählt was ihm widerfahren ist? Bei ihm kann ich mir vorstellen, dass er es solange wie möglich verschweigt.
Oh man, ich versteh einfach nicht wie es Leute geben kann, die eine unschuldige Kinderseele zerstören...
Bin trotzdem schon super gespannt auf die Fortsetzung
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25.07.2010 20:24 |
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ziva-ute

NCIS Mitglied


Dabei seit: 31.12.2009
Beiträge: 214
Herkunft: deutsch
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RE: Dark Secret 2 (Tony Whump!) *4. Teil* *25.07* |
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Hallo,
ich möchte ja zu gerne wissen, was mit Tony los ist.
Wann läßt Du die Katze aus dem Sack?
Dieser Admiral gefällt mir nicht.
Wie passt die Frau darein? Die Affäre und das Ungeborene?
Ich warte gespannt auf den nächsten Teil.
Schreib schnell weiter.
Die Idee und der Schreibstil gefallen mir weiterhin sehr gut!
Gruß, Ute
__________________ Und Tschüs
Ute
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25.07.2010 23:23 |
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Harthaven

NCIS Mitglied

Dabei seit: 19.02.2010
Beiträge: 119
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| RE: Dark Secret 2 (Tony Whump!) *4. Teil* *25.07* |
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Hey Michi,
vielen Dank für deine PN.
Immer wieder lese ich bei dir gerne den Wechsel zwischen dem behandelnden Fall und z.B. dem zwitschern der Vögel das lockert beim lesen auf und wirkt realitätsbezogen. Was stimmt nicht mit Tony ich habe keinen versteckten Hinweis darauf gefunden! Besonders reizvoll stelle ich mir auch die weiteren Dialoge zwischen dem Admiral und Gibbs vor. Freue mich darauf wenn es weiter geht.
Liebe Grüße
Harthaven
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26.07.2010 04:55 |
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Agent Lennox

NCIS Grünschnabel

Dabei seit: 15.06.2010
Beiträge: 4
Herkunft: Münsterland
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Hallo Michi,
ich lese Deine Stories immer wieder gerne.
Dein Schreibstil ist echt klasse. Freue mich jetzt schon auf den nächsten Teil. Hoffentlich dauert es nicht so lange.
Schöne Grüße
Agent Lennox
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26.07.2010 10:47 |
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Donny Dinozzo

NCIS Mitglied


Dabei seit: 16.03.2008
Beiträge: 183
Herkunft: Coburg
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hi
erstmal danke für die pn
tony kennt diesen franklin sheldon bestimmt..
freu mich schon auf die fortsetzung
lg meike
__________________ DAS LAGERFEUER IST HIERMIT BEENDET
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28.07.2010 10:54 |
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MacPhisto

NCIS Jungspund


Dabei seit: 01.10.2008
Beiträge: 60
Herkunft: Oberhausen
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Hallo Michi!
Ich habe einfach keine Ahnung, wie man gute FBs schreibt und ich komme aus Zeitmangel auch nur dazu deine Geschichte querzulesen.
Trotzdem gefällt sie mir super gut und ich freue mich riesig auf eine Fortsetzung!
LG!
__________________ NOT AS SEEN ON TV
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02.08.2010 14:58 |
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Michi

Moderatorin
   

Dabei seit: 14.09.2005
Beiträge: 4.085
Herkunft: Österreich
Themenstarter
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Huhu
Es geht mit Teil 5 weiter und mit der Befragung Dannys durch Gibbs und auch Tony.
Ich wünsche euch viel Spaß beim Lesen
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08.08.2010 13:33 |
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Moni40onair

NCIS Routinier
 

Dabei seit: 15.02.2010
Beiträge: 376
Herkunft: Bayern
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| RE: Dark Secret 2 (Tony Whump!) *5. Teil* *08.08* |
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Hi Michi,
wieder ein super Teil, wie aus einer echten Folge. Und es dürfte mittlerweile auch klar sein, dass Tony genau weiß, was der Junge fühlt, denn er hat das aller Wahrscheinlichkeit selbst durchgemacht. Ich bin gespannt, wie er das im weiteren Verlauf verkraftet. Ich bin schon gespannt.
Also bis bald!
__________________ LG Moni
Ziva:..for what? - Tony:..For you!
Meine FF Spur des Geldes + RUSSISCHES ROULETTE
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08.08.2010 15:49 |
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ziva-ute

NCIS Mitglied


Dabei seit: 31.12.2009
Beiträge: 214
Herkunft: deutsch
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RE: Dark Secret 2 (Tony Whump!) *5. Teil* *08.08* |
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Hallo,
man, das Tony genau wußte was Danny empfand... gibt einen zu denken.
Ob sich Tony Gibbs doch anvertraut?
Das ist schon ein verdammt heikles Thema. Und es ist großartig wie Du es umsetzt und beschreibst. Man ist mitten im Geschehen.
Man kann förmlich alles vor sich sehen und mitfühlen. Den Mistkerlen würde ich auch gerne was brechen!
Echt gut gemacht.
Ich warte sehnsüchtig auf das nächste Kapitel.
Gruß, Ute
__________________ Und Tschüs
Ute
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08.08.2010 16:38 |
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Donny Dinozzo

NCIS Mitglied


Dabei seit: 16.03.2008
Beiträge: 183
Herkunft: Coburg
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hi
erstmal, danke für die pn
und jetzt zum teil: echt hart, was der junge durch machen musste
gibbs ahnt bestimmt schon, was mal mit tony passiert ist...
freu mich schon auf die fortsetzung
lg meike
__________________ DAS LAGERFEUER IST HIERMIT BEENDET
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08.08.2010 17:05 |
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SummBienchen

NCIS Routinier
 

Dabei seit: 28.07.2007
Beiträge: 383
Herkunft: Wiesloch
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Hi Michi,
die Befragung/das Verhör von Danny war echt heftig und ich konnte Gibbs Gefühle echt gut verstehen. Aber richtig eng wurde es in meinem Hals, als sich Tony einschaltet und (seine) Erfahrungen berichtete.
Ich will auch gar nicht wissen, was Shaldon Danny angedroht hat für den Fall das er redet *grusel*
Erstaunt bin ich darüber, wie schnell Gibbs Tony vom Haken gelassen hat nach dem Verhör. Seine Wut konnte ich auch nicht so ganz nachvollziehen, außer sie war dazu da, um seine Angst (was besseres fällt mir grad nicht ein, obwohl ich nicht Angst als solches meine - Verständlich?) zu verschleiern.
Hoffentlich redet er bald mit Tony - und dieser auch mit ihm, damit es nicht mitten im Fall zu einer Eskalation kommt.
Ich bin sehr gespannt auf das nächste Kapiel.
LG und noch einen schönen sonnigen Sonntag
Sandra
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08.08.2010 17:28 |
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Harthaven

NCIS Mitglied

Dabei seit: 19.02.2010
Beiträge: 119
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| RE: Dark Secret 2 (Tony Whump!) *5. Teil* *08.08* |
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Teil 5
Hey Michi,
vielen Dank für deine PN. Der Zorn die Wut und gleichzeitig die große Hilflosigkeit die Gibbs bei diesem Fall spürt hast du sehr klar und deutlich beschrieben beinahe wie körperlich greifbar.
Gleichzeitig ist es so unfassbar das sich das Opfer für den erlittenen Missbrauch schämt. Der armer Tony welche schlimmen Erfahrungen hat er ertragen müssen und wie kommt er im Alltag mit diesm Mißbrauch klar? Interessanter Aspekt Gibbs zieht Tony vom Fall ab aber Tony ermittel heimlich weiter. Ohne Ende Konflikte vorprogrammiert.
Bin gespannt wie es weiter geht.
Liebe Grüße
Harthaven
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09.08.2010 01:19 |
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Undercover Agent

NCIS Jungspund

Dabei seit: 30.07.2010
Beiträge: 51
Herkunft: Köln
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| RE: Dark Secret 2 (Tony Whump!) *5. Teil* *08.08* |
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Hallo,
ich muss schon sagen, als deine FF anfing, hatte ich so meine Bedenken, da es wirklich ein sehr schwieriges Thema ist. Du hattest uns ja alle gewarnt, was fair war. Trotzdem hat es mich gereizt, reinzuschauen und bis jetzt habe ich es nicht bereut.
Du beschreibst alles sehr gut, flüssig und ohne jede Effekthascherei - wobei die Gefühlswelt aller Beteiligten nicht zu kurz kommt. Das kam gerade jetzt im bisher letzten Teil beim Verhör sehr gut raus.
Die hilflose Verzweiflung der Mutter, die sich nur in Hsyterie äußern kann, das arme Opfer, das plötzlich befürchten muss, auch noch vor seiner Mutter als Täter an den Pranger gestellt zu werden - und dabei wäre er (beschmutzt, beschämt und verzweifelt) am liebsten gar nicht mehr anwesend, bestenfalls vielleicht sogar tot ...
Die sollten ihn auf gar keinen Fall aus den Augen lassen.
Und dann unser Sunnyboy DiNozzo - erfahren wir vielleicht im weiteren Verlauf, warum er sich zu einem solchen Womanizer entwickelt hat? Welche grausame Geschichte kompensiert er damit?
Mach schnell weiter. Die FF ist spitze, auch wenn ich persönlich ein klitzekleines TIVA-Pairing (in diesem Fall dürfte es aber nicht zu rührseilig sein) sehr begrüßen würde. Ob Gibbs (selbst, wenn er wie ein Vater für Tony empfindet) der richtige Ansprechpartner ist, falls doch noch alles aus Tony herausbricht? Wenn es schon dem Jungen extrem peinlich ist, dass seine Mutter alles mitbekommt (und das halte ich für absolut realistisch) ... wie wird sich dann wohl Tony fühlen, wenn ausgerechnet sein Vaterersatz und Mentor seine dunkelsten Geheimnisse erfährt?
Aber ich will dir nicht reinreden - du machst das schon. Ich bin jetzt schon gespannt, wie es weitergeht.
Liebe Grüße und spann´ uns nicht zu lange auf die Folter.
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09.08.2010 19:16 |
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ElmoVsBibo

NCIS Routinier
 

Dabei seit: 23.12.2009
Beiträge: 427
Herkunft: Sesamstraße
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Tony und der Junge tun mir unendlich Leid.
Es gibt Dinge, die man seinem schlimmsten Feind nicht wünscht und Missbrauch steht definitiv ganz oben auf der Liste!
Wie gesagt, ich hab schon eine Ahnung, was man auf dem Laptop findet. Immerhin hatte der Junge sicher einen Grund, warum er ihn gestohlen hat.
Ich hoffe auf jeden Fall, dass Gibbs es bald herausfindet, damit er Tony helfen kann. Sowas kann man gar nicht allein durchmachen und ich denke es gäbe keinen besseren Ansprechpartner für ihn;D
Also, wiedereinmal ein wunderbar geschriebenes Kapi!! Vielen Dank dafür!!
*knuddel*
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10.08.2010 14:27 |
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Michi

Moderatorin
   

Dabei seit: 14.09.2005
Beiträge: 4.085
Herkunft: Österreich
Themenstarter
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Huhu
Es geht mit Teil 6 weiter und diesmal mit einer Ducky/Gibbs Szene.
Ich wünsche euch viel Spaß beim Lesen
@Undercover Agent: ein Tiva Pairing wird es nicht geben, da ich überhaupt kein Fan davon bin. Außerdem gibt es schon viel zu viele Tivageschichten. Und ich finde, dass es ganz "erfrischend" ist, mal Storys zu haben, wo kein Pairinig vorkommt.
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22.08.2010 16:49 |
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